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Titelbild des Orthomol Blogs

Unser Experiment Kanufahren beginnt mit einem leichten Aufschrei. Nun, nicht direkt ein Schrei der Verzückung, eher ein Ausdruck der Überraschung. Überraschend in der Hinsicht, dass so ein „Indianerboot“ doch ganz schön schaukelt beim Einsteigen. Die Sorge zu kentern oder direkt im kalten Wasser zu landen, ist wohl bei jedem Anfänger die größte aller Sorgen, erklärt mir Olli, Besitzer eines Kanuverleihs an der Lahn. „Doch dies ist völlig unbegründet. Es muss schon so einiges an Bewegung in das Minischiff gebracht werden, um es rittlings aufs Wasser zu bekommen“, ergänzt er.

Dies deckt sich auch mit meiner Erfahrung und so versuche ich meine drei Mitstreiter, sämtlich unerfahrene Kanuten, zu beruhigen und auf unser gemeinsames Kurzabenteuer einzuschwören. Meine Erfahrung bezieht sich auf mehrtägige Ausfahrten in Schweden und auf deutschen Flüssen. Schon eine Weile her, aber Paddeln ist wie Radfahren, das einmal Erlernte kann schnell wieder abgerufen werden – alles easy. Als es für uns nach einer kurzen Einweisung in dem gemieteten Kanadier, einer offenen Kanuvariante, auf die Lahn hinausgeht, stellt sich bei mir das altbekannte Wohlgefühl bereits erlebter Flusstouren ein. Herrlich, die Natur so zu erleben, einmalig diese Ruhe. Auch bei meinen Freunden kann ich nach kurzer Zeit ein breites Grinsen entdecken.

Wandern auf dem Wasser

98 Prozent aller deutschen Kanuten betreiben Kanuwandern, besagt die Statistik. Gemeint sind damit meist kürzere Strecken auf ruhigen Gewässern, aber auch mehrtägige Touren, verbunden mit einer Erwanderung der näheren Umgebung. Übernachtet werden kann im Hotel oder dem Campingplatz am Fluss. Für uns ist es an diesem Wochenende eine Mischung aus Wandern und Paddeln, wir wohnen in einem Hotel. Unseren Ausflug auf der Lahn betreiben wir gemütlich bis sportiv. Nach kurzen Zwischensprints, legen wir die Boote aneinander und lassen uns in der kaum wahrnehmbaren Strömung des Flusses gemächlich dahintreiben. Immer schön im Wechsel, wir haben Zeit und lassen uns auf das Tempo des Flusses ein. Auf dem Fluss selbst sind an diesem Wochenende neben uns zahlreiche Familien und Einzelsportler unterwegs. Mal im Kajak, einer einsitzigen, geschlossenen Kanuvariante, oder wie wir, in 2- bis 6-Sitzer-Kanadiern. Dies sind, nebenbei bemerkt, auch die beiden populärsten Kanumodelle.

Ein Sport für jedes Alter

Paddeln eignet sich für Jung und Alt und lässt sich leicht erlernen (Kinder sollten jedoch nicht jünger als acht Jahre sein, um alleine in einem Kanu zu sitzen). Wichtig zu wissen: Kanufahren ist ein risikoarmer, äußerst vielseitiger Sport. Das Besondere ist der enge Bezug zur Natur. Kanufahren ist somit ein ideales Fortbewegungsmittel, um dem Nachwuchs auf spielerischer Weise einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt nahe zu bringen, und gleichzeitig mit jeder Menge Spaß die Fitness zu fördern. Angenehm zum Einstieg: wer Kanufahren möchte, muss nur geringe körperliche Anforderungen erfüllen. Die erste Grundvoraussetzung ist, dass man gut schwimmen können sollte. Meist ist beim Kanufahren der Oberkörper in Bewegung. Die stärkste Belastung beim Paddeln entsteht für Rumpf und Arme. Der Oberkörper wird dynamisch belastet, hinzu kommt eine statische Belastung des Unterkörpers. Bestehen in diesen Bereichen Vorerkrankungen, sollte im Vorfeld ein Arzt konsultiert werden, um mögliche Gefahren einer Überbelastung oder andere Probleme auszuschließen.

Für mich bedeutet Paddeln eine Auszeit vom oft stressigen Alltag, das Land und die Natur zu Hause neu zu entdecken, sich auf eine Art Abenteuer einzulassen, sich draußen zu bewegen. Herrlich und eine absolute Empfehlung meinerseits!

Auf der Internetseite des deutschen Kanuverbandes gibt es zahlreiche Informationen und Tipps rund um den Sport.

Tipps von meiner Seite:

  • Keine unnötige Angst vor dem Wassergefährt aufbauen.
  • Ihr solltet schwimmen können.
  • Benutzt eine Schwimmweste, je nach Gewässer bitte auch einen Helm.
  • Erkundigt Euch vor einer Tour nach den aktuellen Wasserständen.
  • Erkundigt Euch im Vorfeld über die anvisierten Gewässer (Schwierigkeit, Hindernisse, Ausstiegsmöglichkeiten, Zeltplätze).
  • Verpackt Eure Wertsachen wasserdicht.
  • Ersatzkleidung nicht vergessen.
  • Genießt und achtet die Natur.

 

Ralf Kerkeling (47) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er schreibt für diverse Sportmagazine. Mit den Büchern „Running Wild“ und „Passion Laufen“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren. Er ist zudem Mitbetreiber des Sport- und Reiseblogs Hasumsi – Writers Runway.

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