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Wenn sich trotz Kinderwunsch keine spontane Schwangerschaft einstellen will, ist das oft der Albtraum eines jeden Paares. Zum Glück gibt es das weite Feld der Reproduktionsmedizin! Eine Kinderwunschbehandlung kann dabei helfen, den Wunsch nach einem gemeinsamen Kind zu erfüllen. Auch wenn Kinderwunschbehandlung erstmal sehr furchteinflößend klingt. Hier wollen wir Dir einen ersten Überblick verschaffen, wie eine mögliche Behandlung aussehen kann. 

Nach einem Jahr noch kein positiver Schwangerschaftstest? 

Ihr versucht nun schon länger als 12 Übungszyklen schwanger zu werden und noch hältst Du keinen positiven Schwangerschaftstest in den Händen? Dann ist es jetzt an der Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Es kann ganz unterschiedliche Gründe dafür geben, warum Du noch nicht schwanger bist. Die Gründe können sowohl beim Mann als auch bei der Frau liegen. In vielen Fällen ist das noch kein Grund, zu verzweifeln. Kinderlosigkeit kann in einer Kinderwunschklinik in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden. Wichtig ist, dass bei beiden Partnern nach Ursachen geforscht wird.

Wann solltest Du eine Kinderwunschklinik aufsuchen

Wenn es keine bereits bekannten Gründe gibt, die gegen eine spontane Schwangerschaft sprechen, raten die meisten Gynäkologen und Urologen, etwa ein Jahr lang zu „üben“. Erst danach raten sie Euch Hilfe beim Fachmann zu holen. Das bedeutet, regelmäßiger Geschlechtsverkehr ohne Verhütung und das natürlich am besten an den fruchtbaren Tagen. Wie Du diese ermitteln kannst, erfährst Du hier

Erst wenn sich nach ca. einem Jahr keine Schwangerschaft eingestellt hat, spricht man das erste Mal von einem „unerfüllten Kinderwunsch“. Nun kommen die Ärzte und evtl. eine Kinderwunschbehandlung ins Spiel. Lass Dir einen Termin bei Deinem Frauenarzt geben. Er wird Dir gegebenenfalls den Besuch in einem Kinderwunschzentrum empfehlen. Der Vorteil ist, dass Du hier ausschließlich auf Spezialisten für Mann und Frau triffst, die Euch in allen Belangen umfassend beraten können. 

Die Fruchtbarkeitsuntersuchung 

Im ersten Schritt werden die Ärzte versuchen, die Gründe für die Kinderlosigkeit zu ermitteln. Eure Fruchtbarkeit wird untersucht. Bei der Frau werden zunächst per Ultraschall Eierstöcke und Gebärmutter untersucht. Je nach Ausgang, wird diese Untersuchung mit einer Hormonuntersuchung, Zyklusbeobachtung und einer Gebärmutterspiegelung ergänzt. Beim Mann wird mit Hilfe einer Spermaprobe ein Spermiogramm erstellt. Dieses gibt Aufschluss über Menge und Qualität der Spermien. Außerdem wirft der Arzt einen genauen Blick auf die Krankengeschichte von Euch und Euren Familien.

Und was kommt dann? 

Sollten die vorangegangenen Untersuchungen ergeben haben, dass eine ergänzende Behandlung nötig ist, um Euren Kinderwunsch zu realisieren, folgt nun ein Beratungsgespräch. Der Arzt klärt Euch über die Behandlungsmöglichkeiten auf und bespricht verschiedene Methoden und Verfahren der Reproduktionsmedizin. 

Gängige Behandlungsmethoden

Könnt Ihr auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen, kann dies verschiedene Ursachen haben. Von diesen hängt entsprechend auch die infrage kommende Kinderwunschbehandlung ab. Bei der künstlichen Befruchtung unterscheidet man zwischen der „In-Vitro-Fertilisation“ und der „intrazytoplasmatischen Spermieninjektion“ auch ICSI genannt. In beiden Verfahren wird eine Eizelle außerhalb des Körpers in einem Labor befruchtet – daher auch der Name Reproduktionsmedizin. 

Es ist auch möglich, dass Euch der Arzt zu einer „Intrauterinen Insemination“ (IUI), einer Samenübertragung rät. Hier werden befruchtungsfähige Samenzellen des Mannes mit Hilfe eines dünnen Katheters direkt in die Gebärmutter der Frau gespritzt, um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. 

Welche Methode für Euch die passende ist, wird Euch Euer Arzt empfehlen. 

In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Bei der IVF findet die Befruchtung nicht im Körper der Frau, sondern im Labor statt. Hier werden in der Petrischale Ei- und Samenzelle zusammengeführt. 

Wie bei dem Zustandekommen einer natürlichen Schwangerschaft, verschmelzen Eizelle und Samen ohne weitere Beihilfe. 

Im Vorfeld an die eigentliche Kinderwunschbehandlung werden Dir Hormone verschrieben. Diese sollen die Reifung mehrerer Eizellen fördern. Die reifen Eizellen werden dann aus dem Eierstock entnommen (Follikelpunktion) und im Labor mit den Spermien zur Befruchtung zusammengebracht. Kommt es zu einer Befruchtung, können in Deutschland maximal drei Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt werden.

Angewendet wird dieses Verfahren, wenn andere Methoden nicht den gewünschten Erfolg bringen. Zum Beispiel bei verschlossenen Eileitern oder einer starken Einschränkung der männlichen Fruchtbarkeit.

Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI)

Beim ICSI Verfahren werden die Eizellen, wie auch beim IVF-Verfahren, nach einer hormonellen Stimulation durch eine Follikelpunktion gewonnen. Im Unterschied zur IVF wird allerdings jeweils ein Spermium für die Befruchtung mit Hilfe einer dünnen Nadel direkt in die Eizelle injiziert, um die Chancen einer Befruchtung zu erhöhen. Kommt es zu einer Befruchtung, wird der Embryo (bzw. maximal drei Embryonen) in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.

Diese Methode kommt meist dann zum Einsatz, wenn die Fertilität des Mannes stark eingeschränkt ist und die Spermien die Eizelle nicht eigenständig befruchten können. Denn es wird nur ein einzelnes „fittes“ Spermium für eine Befruchtung benötigt. Auch wenn eine vorangegangene IVF Behandlung eine niedrige Befruchtungsrate aufweist, wird beim zweiten Versuch häufig auf eine Spermieninjektion gesetzt. 

Wie geht es weiter?

Sowohl bei der IVF- als auch bei der ICSI-Methode werden die Zellen einen Tag nach der Zusammenführung kontrolliert. Haben sich in den Eizellen nach Eindringen der Spermien zwei sogenannte Vorkerne entwickelt, kommen zwei bis drei befruchtete Eizellen in den Brutschrank, damit sie den Befruchtungsvorgang abschließen können und für ein paar Tage weiter reifen. Etwa drei bis fünf Tage nach der Befruchtung müssen die Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt werden. In einem kleinen Eingriff werden die Embryonen durch die Scheide in die Gebärmutter transferiert.

Schwanger? 

Nun gilt es abzuwarten! Nach ca. 10-12 Tagen kann der Arzt mittels eines Bluttests feststellen, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Nach etwa einem Monat (ca. 6. Woche) kann der Arzt per Ultraschalluntersuchung feststellen, ob die Schwangerschaft Bestand hat, und ob es sich um ein oder mehrere Kinder handelt. 

Erfolgsaussichten einer künstlichen Befruchtung

Ob eine künstliche Befruchtung Erfolg hat, hängt von vielen Faktoren ab. So spielen zum Beispiel das Alter der Frau, aber auch der Grund für die Fruchtbarkeitsstörung eine Rolle. Grob kann gesagt werden, dass die Erfolgschancen von IVF und ICSI bei etwa 15-20 Prozent pro Versuch liegen. Meist sind daher mehrere Behandlungszyklen nötig, bis eine Frau tatsächlich schwanger ist. Das stellt für viele Paare häufig eine große seelische, und vor allem für die Frau, auch eine immense körperliche Belastung dar. Professioneller seelischer Beistand und der Rückhalt von Freunden und Familie kann in dieser Zeit eine große Stütze sein.

Lasst Euch Zeit 

Insgesamt ist es wichtig, dass Ihr Euch erst einmal Zeit nehmt, nachdem Ihr Eure Diagnose erhalten habt. Verarbeitet Eure Situation, sprecht miteinander, informiert Euch! Da eine stabile psychische Konstitution einen positiven Einfluss auf den Erfolg der Behandlung haben kann, ist es wichtig, dass ihr Euch mit dem Ablauf der künstlichen Befruchtung beschäftigt, Euch die Chancen und Risiken klarmacht und auch Unklarheiten und Ängste vor der Behandlung klärt. Macht Euch bewusst, worauf Ihr Euch einlasst, und bewahrt Euch trotz allem eine positive Einstellung!