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Franziska Preuß ist eine der großen deutschen Biathlon-Talente. Kurz vor dem Saisonfinale und nach den Olympischen Winterspielen in Südkorea stand uns die junge Athletin Rede und Antwort. Ein Gespräch über ein Comeback, Ziele und Träume in einer spannungsintensiven Sportart.

Franziska, deine zweiten Olympischen Spiele sind passé. Sicherlich gab es für dich schon angenehmere Interviewsituationen, denn die Wettkämpfe sind mit dem achten Platz in der abschließenden Biathlon-Staffel für dich zu Ende gegangen. Die Erwartungshaltung war sicherlich eine andere. Zu viele Strafrunden und ein zusätzliches Nachladen haben bei dir und deinen Teamkolleginnen zu diesem Ergebnis geführt. Kannst du unseren Lesern erklären, was genau in der Loipe und am Schießstand passiert ist?

Natürlich hätten wir alle gern um die Medaillen mitgekämpft. Wir haben es ja auch schon oft genug bewiesen, dass wir das können. Biathlon ist aber eine Freiluftsportart, bei der das Wetter dir oftmals nicht in die Karten spielt. Durch böigen Wind und Schnee sind uns allen leider zu viele Fehler am Schießstand passiert und so schnell kann es beim Biathlon gehen, dass man dann nicht mehr vorne mit dabei ist. Sehr schade, dass uns genau so ein Rennen bei den Olympischen Spielen passiert, aber jetzt kommen noch 3 Weltcup-Wochen, in welchen wir es wieder besser machen können!

Bei all dem Ärger um die Staffel, geht fast unter, dass du mit Platz Vier im Einzel- und einem guten 12. Platz beim Massenstart sehr gute Leistungen bei Olympia gezeigt hast. Was ziehst du für ein Fazit?

Nach meinen ganzen gesundheitlichen Problemen in den letzten beiden Jahren und dem langen Kampf zurück, bin ich sehr zufrieden mit meinen Einzel-Platzierungen! Mit Platz 4 bei Olympia hätte ich in diesem Winter nicht gerechnet und deshalb hat mich das umso mehr gefreut! 🙂

Das Saisonfinale steht vor der Tür. Was hast du dir für die noch ausstehenden Wettkämpfe vorgenommen?

Wieder den absoluten Fokus auf die schwarzen Scheiben zu finden und weiter an der läuferischen Form zu arbeiten, um mit einem guten Gefühl die Biathlon-Saison beenden zu können. Es wäre super, wenn Rennen dabei sind, bei denen man sieht, dass man wieder in der Lage ist in der Weltspitze mitzumischen.

Kommen wir doch einmal auf den Biathlon an sich zu sprechen. Was ist für dich das Besondere an dieser Sportart, was übt den Reiz aus?

Eben wie in der ersten Frage beschrieben, dass Biathlon so unberechenbar ist. Man darf sich keine Fehler erlauben, weder am Schießstand noch auf der Strecke. Und das ist der Reiz. Man arbeitet ständig an sich, dass solche Fehler seltener vorkommen und bekommt nach jedem Rennen sofort die Rückmeldung, ob der Weg so passt oder ob man nochmal einen anderen Weg einschlagen sollte.

Wie war denn dein Weg in dieser Sportart?

Zunächst war ich als Kind und Jugendliche in der Leichtathletik aktiv, dann bekam ich im März 2009 von meinen Eltern einen Gutschein für einen „Biathlon-Schnupperkurs“ im Fritz Fischers Biathlon-Trainingscamp geschenkt. Das hat mir auf Anhieb unheimlich viel Spaß gemacht und auch gleich sehr gut funktioniert. Deshalb habe ich dann auf Anraten von Fritz Fischer in den darauffolgenden Pfingstferien am Stützpunkttraining in Ruhpolding teilgenommen.

Biathlon ist eine der beliebtesten Sportarten der Deutschen, zumindest was das Interesse an den Fernsehschirmen betrifft. Was würden Sie empfehlen, wenn man diesen Sport ausprobieren möchte. Wo kann man einen Testlauf starten?

Wie gerade schon beschrieben, ist es in Ruhpolding ideal mal in die Sportart Biathlon „reinzuschnuppern“. Das Biathloncamp Fritz Fischer bietet regelmäßig im Sommer wie im Winter Schnupperkurse an. Mir hat’s damals total viel Spaß gemacht!

Ab welchem Alter kann man denn überhaupt mit Biathlon beginnen?

Damit kann man schon in jungen Jahren beginnen.

Was wären die Grundvoraussetzungen?

Spaß am Sport egal ob bei Regen, Sonnenschein oder Schneefall. Man muss sich quälen können, geduldig sein und mit „Strafrundenlaufen“ zurechtkommen. 😉

Wie schafft man es eigentlich den Puls vor dem jeweiligen Schießen so schnell runterzufahren, so dass man das Gewehr ruhig halten kann, um zu zielen und zu schießen?

Durch tägliches Training. Allerdings wird der Puls gar nicht soweit runtergefahren, sondern es geht mehr um die richtige Atemtechnik beim Schießen.

Nun ist Biathlon eine Wintersportart. Wie gestaltest du dein Sommertraining?

Wir trainieren dann viele Stunden auf dem Rad, in den Laufschuhen, am Schießstand und im Kraftraum. Noch mehr Stunden auf den Skirollern, sowohl Klassisch als auch Skating. Das Sommertraining ist sehr abwechslungsreich und die Hauptsache ist, so viele Kilometer wie möglich zu machen und eine gute Grundlage für den Winter zu schaffen. Ein guter Biathlet/-in wird im Sommer gemacht.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft. Was sind mittelfristig und langfristig gesehen deine nächsten sportlichen Ziele?

Gesund bleiben und aus den bisherigen Erfahrungen lernen, um sich immer wieder weiter zu entwickeln und noch besser zu werden.

Personen-Info

Name: Franziska Preuß
Alter: 23
Sportart: Biathlon
Größte sportliche Erfolge:
4. Platz im Einzel, Olympische Winterspiele 2018
WM-Gold Staffel 2015, EM-Gold Staffel 2013
Goldmedaille – Olympische Jugend-Winterspiele, Sprint 2012

 

 

Ralf Kerkeling (46) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er schreibt für diverse Sportmagazine. Mit den Büchern „Running Wild“ und „Passion Laufen“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren.

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