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Titelbild des Orthomol Blogs

Ja, ich bin ein alleinerziehender Vater. Jetzt ist es raus. Und ja, es gibt auch männliche Vertreter dieser Elterngattung. Bei mir findet dies immer im Wechsel statt. Eine Woche „On Duty“, die folgende nicht. Unterbrechungen von dieser Regelung gibt es, jedoch sehr wenige. Das ist auch gut so, wie sich im Laufe der Zeit herausgestellt hat. Eine Regelmäßigkeit ist wichtig, am wichtigsten für die Kids. Für den Erwachsenen, ob Mutter oder Vater, gilt es dabei, sich auf einen mitunter sehr sportlich galoppierenden Alltag einzustellen. Ach, bevor Dinge falsch verstanden werden, die in der Folge beschrieben werden: Ich habe mir diese Situation selbst ausgesucht, habe darum gekämpft, bin absolut gerne für meine Kinder da und verbringe dementsprechend Zeit mit ihnen. Sämtliche andere Regelungen wären für mich eher deprimierend gewesen. Und ob ich auch mal genervt davon bin? Na klar, alles andere wäre wohl auch verwunderlich. Ihr möchtet einen Einblick in einen Alleinerziehenden-Alltag bekommen? Here we go.

Rasanter Tagesablauf

Stellen wir uns folgende On-Duty-Situation vor: Der Wecker klingelt früh, sehr früh. Genau genommen schellen diese Alarmgeräte für mein Empfinden eigentlich immer zu zeitig. Aufstehen, Kinder wecken, Frühstück zubereiten und schließlich Stullen für die Schule vorbereiten. Den großen Kleinen in den Hintern treten, wenn sie zu trödeln beginnen, sie rechtzeitig zum Schulbus schicken. Pause? Nein, weit gefehlt.
Anpfiff für einen kompakten Arbeitstag. Erste Mails werden gecheckt, kleine Texte geschrieben. Dann geht es für die nächsten sechs bis sieben Stunden entweder an den heimischen Schreibtisch oder, was häufiger vorkommt, in die Agentur. Am frühen Nachmittag kommen die Kids nach Hause. Bin ich zu Hause wird nun gekocht, dann gegessen. Bin ich in der Agentur übernehmen diesen Teil der mittäglichen Verköstigung dankenswerter Weise meine Eltern. Nach dem Essen geht es nahtlos über in Hausaufgabenbetreuung und Vorbereitung der Klassenarbeiten. Je älter die Kinder, desto weniger bin ich in diesen Punkt involviert. Nun ja, zumindest ist das die Wunschvorstellung, haha. Wie heißt es so schön: Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder …. Trifft Gott sei Dank auf meine Beiden, zehn und 16 Jahre alt, gerade bei den großen Problemen nicht wirklich zu. Schwein gehabt.

Geduld ist viel wert

Nahtlos geht der Tag über zu den Verabredungen und sonstigen Freizeitaktivitäten der „Zöglinge“. Kostümwechsel. Nun bin ich Chauffeur. Wir wohnen auf dem Land. Die Bus- und Bahnanbindungen sind mehr schlecht als recht, also fahre ich als Kindertaxifahrer umher. Ausnahme: Je nachdem, was der Job gerade verlangt, unterstützen ab und an auch hier meine Eltern. Abends um 20 Uhr geht der Tag dann so langsam zu Ende. Nun heißt es Freizeit für mich, tätä. Sport? Ach ja, da war doch noch was. Wollte ich nicht eigentlich einen Marathon im Herbst laufen? Geht das? Ja, geht und wurde auch schon durchgezogen. Nur halt nicht mit einer neuen Bestzeit. Wie das geht? Es geht ganz ehrlich nicht immer gut. Vor allem ist es schwierig kontinuierlich zu trainieren. Das merkt und sieht man einem auch an, sozusagen als eine Achterbahnfahrt der figürlichen Formkurve.
Grundsätzlich hilft jedoch auch hier ein gutes Zeitmanagement. Und natürlich ein extremer Willen, das Ganze dann auch durch zuziehen. Nun, es muss ja auch nicht der Marathon sein. Das ist mal sicher. Aber etwas auspowern für etwa drei Stunden die Woche wäre doch nett, oder? Nebenbei freut’s die Gesundheit und das kommt nicht nur Ihnen, sondern auch den Kids zu Gute. Stichwort: bessere Gesamtstimmung. Lange Rede kurzer Sinn. Es ist meine persönliche Erfahrung im Umgang mit diesem Thema, das mag für jemand Anderen ganz anders aussehen. Viel ist in meinen Augen möglich. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist eine überwiegend positive Einstellung.

Tipps für Sport als Alleinerziehende(r):

  • Verstehe Sport als Freizeit und nicht als eine Pflichtaufgabe.
  • Nimm dir Zeit für deinen Sport und passe sie an die gegebenen zeitlichen Möglichkeiten an.
    Alles andere stresst nur.
  • Setze dir realistische Ziele. Je nach Alter der Kinder, sollten die eigenen Ambitionen nicht zu hoch geschraubt werden.
  • Geschwister, Eltern und Freunde in die Betreuung einbeziehen. Aber nicht als Ikea-Bällchenbad-Ersatz. 😉
  • Integriere die Kinder in deine sportliche Aktivität. Lasst sie mit dem Fahrrad nebenher fahren, oder mitlaufen (ältere Kinder). Hier ist auch wieder wichtig, die eigenen sportlichen Erwartungen an diese Art Ausflug runterzuschrauben.
  • Ganz viel ‚Ommm‘ – für einen ausgeglichenen Tag.

 

 

Ralf Kerkeling (47) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er schreibt für diverse Sportmagazine. Mit den Büchern „Running Wild“ und „Passion Laufen“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren. Er ist zudem Mitbetreiber des Sport- und Reiseblogs Hasumsi – Writers Runway.

 

 

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