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Als Patrick Lange im letzten Jahr auf Kona Weltmeister wurde, war dies eine Überraschung, zumindest für Außenstehende der Sportart Triathlon. Doch was Lange auf der Langdistanz (was ein passender Name) veranstaltete, war gerade auf der abschließenden Marathon-Laufstrecke mehr als respektabel. Wenn man bedenkt, dass er zuvor 3,8 Kilometer durch Meerwasser geschwommen und 180 Kilometer Rad gefahren ist, und das bei der unglaublichen Hitze, dann wird das Ganze für die überwiegende Mehrheit unter uns sportbegeisterten Menschen unvorstellbar. Deutsche Athleten sind in den letzten Jahren immer sehr erfolgreich im Triathlon gewesen. Mit Jan Frodeno hat ein weiterer Deutscher dazu beigetragen, dass der Sport einen enormen Fanzuwachs aufweisen kann.

Es scheint der Reiz zu sein, über sich hinauszuwachsen, sich zu fühlen, wie ein Ironman, hart und unbesiegbar. Doch hier gerade sieht Gesundheitsexperte Dr. Stefan Graf ein nicht zu unterschätzendes Risiko, gerade für Einsteiger. „Niemand betreibt Triathlon ohne Wettkampfambitionen. Das kann einerseits ein guter Motivationsfaktor sein, erhöht aber die Gefahr für falschen Ehrgeiz mit Überschätzung der eigenen Fähigkeiten“, erklärt Dr. Graf. Der gesundheitliche Werte von Schwimmen, Radfahren und Laufen beruhe auch darauf, dass jede dieser Sportarten – einzeln betrieben – sehr gut individuell dosierbar ist und ohne Leistungsdruck praktiziert werden könne, sagt Dr Graf. Je vielseitiger man sich also bewegt, umso besser. Aber so einfach ist es dann doch nicht. „Die Zusammenfassung aller drei Sportarten in eine zusammenhängende Belastungseinheit stellt eine ganz neue Qualität dar, die prinzipiell ein hohes Überlastungsrisiko birgt. Triathlon ist jedoch keineswegs per se ungesund, sofern die gewählte Distanz zu den individuellen körperlichen, mentalen und auch sozialen Voraussetzungen passt“, so Dr. Graf.

Trauen und machen

Doch was empfiehlt sich nun für Einsteiger. „Triathlon kann jeder machen, der Schwimmen, Radfahren und Laufen kann, oder es lernen möchte und generell gesund ist“, sagt dann auch die ehemalige Profitriathletin Wenke Kujala. „Das sind natürliche Bewegungsabläufe, die den meisten von uns seit unserer Kindheit geläufig sind“, so Kujala. Es gibt mittlerweile viele Einsteigerdistanzen, z.B. die Sprintdistanz (0,5-20-5), oder auch den 10-Freunde-Triathlon (dabei teilt man sich zu zehnt die Ironman Distanz). Einsteigern empfiehlt Kujala sich nicht zu viel Sorge vor einem nicht Bewältigen können zu haben. Sind die Grundvoraussetzungen des Gesundseins erfüllt, sollte man sich einfach mal trauen und loslegen. Rein in die Laufschuhe beispielsweise oder rauf aufs Rad und losfahren. Dabei sei auch zunächst einmal gar keine super teure Ausrüstung notwendig, eine Sorge die viele Novizen zu Beginn haben. Es reichen ein paar normale Laufschuhe und sogar auch ein normales Rad für den Start. Anders sieht es mit dem Schwimmen aus. Und damit sind nicht die Kosten gemeint. Bei diesem Teil des Triathlons ist eine gute Kraultechnik gefragt. Doch wer von uns hat diese tatsächlich drauf? Aber auch hierfür es Lösungsmöglichkeiten. Ein Vereinsbeitritt kann helfen, oder ein paar Stunden mit einem Schwimmlehrer des örtlichen Schwimmbades.

Für kleine Kinder sei die Sportart im übrigen als gezielte Trainingsform nicht unbedingt zu empfehlen. „Ich finde es schlichtweg zu ausdauerlastig“, erklärt Wenke. Für alle anderen Neubegeisterten und ambitionierten Hobbyathleten hat Wenke noch ein paar abschließende Tipps parat.

  • Lege am besten fest, ob Du eher früh trainieren kannst (und willst), oder dich lieber nach der Arbeit aufraffen möchtest.
  • Lege idealerweise z. B. 4 Tage in der Woche fest, an denen es realistisch ist, Sport zu treiben.
  • Informiere Freunde/Familie, dass dies deine Trainingstage sind und du da etwas für dich tust. Damit hast du auch eine Verabredung mit dir selber. Hört sich komisch an, funktioniert jedoch.

Wer weitere Informationen zu dem Thema sucht, kann gerne auf Wenkes Homepage nachschauen. Hier geht’s lang: www.kujala.de

Ralf Kerkeling (47) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er schreibt für diverse Sportmagazine. Mit den Büchern „Running Wild“ und „Passion Laufen“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren. Er ist zudem Mitbetreiber des Sport- und Reiseblogs Hasumsi – Writers Runway.

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