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Der Schwangerschaftstest ist positiv und die Freude groß. Neben Aufregung, Vorfreude und vielleicht auch einer Prise Angst kommt irgendwann sicherlich der Moment, in dem Du Dich fragst, wie es nun eigentlich weitergeht. „Wann muss ich meinen Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren?“, „Bekomme ich finanzielle Unterstützung vor und nach der Geburt?“, „Wie schütze ich mich und mein Baby, wenn ich in einem gefährdenden Umfeld arbeite?“…

Damit Du Dich ganz auf die schönen Dinge im Leben konzentrieren kannst, haben wir für Dich die 8 wichtigsten Fakten zusammengefasst, um Licht in den „Mutterschutzdschungel“ zu bringen.

1. Was bedeutet eigentlich Mutterschutz?

Rund um die Geburt brauchen Mutter und Kind einen besonderen Schutz – den sogenannten Mutterschutz. Denn wie Du wahrscheinlich gerade am eigenen Leib erfährst, sind die Schwangerschaft, die Geburt Deines Kindes und dessen erste Monate auf der Welt eine besonders bewegende und zugleich sensible Zeit im Leben Deiner Familie.

Der Mutterschutz ist ein wichtiger Beitrag zu einer familienfreundlichen Arbeitswelt und soll die Erwerbstätigkeit von Frauen in ihrem Beschäftigungsverhältnis schützen und sichern. Der heute geltende Mutterschutz, der im sogenannten Mutterschutzgesetz (MuSchG) verankert ist, verfolgt vorrangig vier Ziele:

  1. Er schützt die Gesundheit der Schwangeren, der stillenden Frau und ihres Kindes und soll die Fortführung des Jobs, soweit dies verantwortbar ist, ermöglichen.
  2. Der Mutterschutz schützt die Frau vor einer unberechtigten Kündigung.
  3. Der Mutterschutz sichert das Einkommen in der Zeit, in der eine Beschäftigung verboten ist.
  4. Er soll insgesamt dafür sorgen, Benachteiligungen der Mutter, die sich während der Schwangerschaft, nach der Geburt und während der Stillzeit ergeben können, entgegenzuwirken.

2. Was bringt mir der Mutterschutz?

Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass Dein Arbeitgeber Dich während Deiner Schwangerschaft sowie in den vier Monaten nach der Geburt Deines Kindes auf keinen Fall kündigen kann. Entscheidest Du Dich dazu, Elternzeit zu nehmen, verlängert sich der Kündigungsschutz entsprechend.

Voraussetzung für den Kündigungsschutz ist dabei immer, dass beim Zugang der Kündigung eine Schwangerschaft besteht, und Dein Arbeitgeber von der Schwangerschaft weiß. Du hast allerdings die Möglichkeit, Deinen Arbeitgeber noch bis zu zwei Wochen nach Eingang der Kündigung, über Deine Schwangerschaft zu informieren.

Wird Deine Firma insolvent oder müssen Teile des Betriebs eingestellt werden, kann allerdings auch eine Schwangerschaft nicht mehr vor dem Verlust des Arbeitsplatzes schützen.

3. Für wen gilt der Mutterschutz?

Grundsätzlich gilt der Mutterschutz für alle Frauen, die während ihrer Schwangerschaft einen Job haben und somit in einem Beschäftigungsverhältnis stehen. Dazu zählen auch Frauen, die sich in der Ausbildung befinden (Schülerinnen und Studentinnen eingeschlossen), in Teilzeit arbeiten, in Heimarbeit sind oder in befristeten oder geringfügigen Arbeitsverhältnissen beschäftigt sind. Eine Frau im Sinne des Mutterschutzgesetzes ist jede Person, die schwanger ist, ein Kind geboren hat oder stillt. Nicht geschützt durch das Mutterschutzgesetz sind folgende Gruppen:

  • Hausfrauen
  • Selbstständige
  • Unternehmerinnen
  • Adoptivmütter

Der Grund hierfür liegt darin, dass die Frauen der drei zuerst genannten Gruppen in keinem Beschäftigungsverhältnis stehen. Sie handeln also nicht weisungsgebunden und sind in keine Arbeitsorganisation eines Weisungsgebers eingebunden. Adoptivmütter wiederum werden nicht vom Mutterschutz erfasst, da sie nicht in den gesetzlichen Schutzbereich fallen, da dieser ausschließlich im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Entbindung und Stillzeit gilt.

4. Wann beginnt der Mutterschutz und wie lange bin ich geschützt?

Grundsätzlich beginnt der Mutterschutz sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin (ET) Deines Babys und endet acht Wochen nach der Geburt. Wird Dein Baby vor dem errechneten Termin geboren, werden die übrigen Tage auf die Mutterschutzzeit nach der Geburt übertragen. Kommt das Baby später als erwartet, bleibt die Schutzfrist von acht Wochen nach der Geburt trotzdem bestehen. Bei Mehrlingsgeburten, Frühgeburten oder der Geburt eines beeinträchtigten Kindes verlängert sich die Schutzzeit auf zwölf Wochen.

Wenn Du es ausdrücklichwünschst und eine entsprechende Erklärung abgibst, kannst Du auf den Mutterschutz vor der Geburt verzichten und auf eigenen Wunsch weiterarbeiten. Der Mutterschutz nach der Geburt ist hingegen ein Muss und Du darfst Deiner Beschäftigung für die Dauer von acht Wochen nicht nachgehen.

5. Wann muss ich meinen Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren?

Hier gilt, dass keine Mitteilungspflicht besteht. Das bedeutet, Du selbst entscheidest – ob, wann und wie Du Deinem Arbeitgeber von Deiner Schwangerschaft erzählst. Zu bedenken sind hier aber vor allem zwei Punkte. Zum einen lässt sich eine Schwangerschaft ab einem gewissen Punkt kaum noch verstecken #babybump.

Zum anderen kann Dein Arbeitgeber nur die nötigen Schutzmaßnahmen treffen und den besonderen Kündigungsschutz beachten, wenn Du ihn über Deine Schwangerschaft informierst. Wenn Dein Job gefährdend ist, Du mit gefährlichen Stoffen in Kontakt kommst, im Krankenhaus oder einer Kita arbeitest, solltest Du Deinen Arbeitgeber unbedingt frühzeitig informieren.

6. Mutterschutz am Arbeitsplatz

Hast Du Deinen Arbeitgeber über Deine Schwangerschaft informiert, ist er dazu verpflichtet, für Deine Sicherheit und Deinen Schutz am Arbeitsplatz zu sorgen. Hierzu zählt zum Beispiel, dass Du zusätzlichen Anspruch auf Pausen hast, wenn Du einen Job im Stehen ausführst. Andersrum dürfen Frauen, die viel sitzen müssen, sich kleine Pausen einbauen, um sich die Beine zu vertreten. Es gibt zudem einige Tätigkeiten, die während Deiner Schwangerschaft verboten sind:

  • Tätigkeiten bei extremer Hitze, Kälte, Nässe und Lärm
  • Tätigkeiten bei denen Du gesundheitsgefährdenden Stoffen ausgesetzt wirst
  • Akkord- oder Fließbandarbeit
  • Geräte- und Maschinenbedienung mit erhöhter Unfallgefahr
  • Mehrarbeit und Nachtarbeit zwischen 20 Uhr und 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen (Hier gelten Ausnahmen für Frauen, die im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie in der Krankenpflege tätig sind.)

7. Was ist, wenn ich gar nicht mehr arbeiten kann?

Manchmal ist eine werdende Mutter körperlich so beeinträchtigt, dass sie nicht in der Lage ist, ihrer Tätigkeit weiterhin nachzugehen. In diesem Fall muss ein Arzt ein entsprechendes Attest ausstellen. Auf dieser Grundlage kann dann ein individuelles Beschäftigungsverbot ausgesprochen werden. Ist das Kindeswohl, die Gesundheit oder das Leben der Mutter durch die Ausführung des Jobs gefährdet, greift das Beschäftigungsverbot.

Solltest Du zu dieser Gruppe Frauen gehören, musst Du Dir wenigstens finanziell keine Sorgen machen. Der sogenannte Mutterschutzlohn sorgt dafür, dass Du während eines Beschäftigungsverbotes mindestens Deinen bisherigen Durchschnittsverdienst erhältst.

8. Wieviel Geld erhalte ich während des Mutterschutzes?

Während Du Dich im Mutterschutz befindest, hast Du einen gesetzlichen Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Bist Du gesetzlich krankenversichert, erhältst Du von Deiner Krankenversicherung maximal 13€ Mutterschaftsgeld pro Tag. Verdienst Du monatlich mehr als 390€ (also 30 Kalendertage x 13 €) muss Dein Arbeitgeber die Differenz zu Deinem Nettoeinkommen ausgleichen.

Bist Du privat- oder familienversichert, erhältst Du ein Mutterschaftsgeld in Höhe von maximal 210€ im Monat. Auch hier gleicht der Arbeitgeber die Differenz zu deinem Nettoeinkommen aus. Egal welchen Versicherungsstatus Du hast, der Anspruch auf Mutterschaftsgeld gilt für die bereits erwähnten sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt Deines Babys.

 

Möchtest Du Dich genauer informieren, hast Du Fragen oder Unklarheiten? In dem „Leitfaden zum Mutterschutz“vom Bundeministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend findest Du weiterführende Informationen.