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Als Boris Becker 1985 seinen ersten Wimbledon-Sieg errang, war ich zufällig gerade in den Sommerferien bei einer Gastfamilie in England. An diesem Tag des Finales wurde ein Sportheld geboren und ich war gefühlt dabei. Zumindest war ich räumlich gesehen näher dran, als viele andere Fans des weißen Sports. Steffi Graf zog bekanntermaßen nach und aus beiden wurde das Traumpaar des deutschen Tennissports. Die Erfolge der beiden zogen zahlreiche Anhänger nach sich. Tennisclubs konnten sich ab Mitte der Achtziger vor Mitgliederanfragen kaum retten. Tennis begeisterte. Auch mich zog die Sportart in ihren Bann. Meine ganze Familie trat einem lokalen Klub bei und gab sich der Jagd nach der gelben Filzkugel hin. Die Wochenenden waren nun bestimmt von Longlineschlägen, Stops und der Suche nach dem perfekten Aufschlag. Es war eine tolle Zeit. Ob Anfänger oder Fortgeschrittener, jeder hatte seinen Spaß und ein persönliches, sportliches Erlebnis. Für unsere Familie war es die Gelegenheit, einen Sport gemeinsam zu erleben.

Technisch anspruchsvoll

Für meinen Teil kann ich sagen, dass Tennis auch eine sehr aufwühlende Sportart sein kann. Die mentale Form des Tages entscheidet über Sieg oder Niederlage. Kaum ein Sport sorgt für solch emotionale Achterbahnfahrten. In einen Moment gelingt dir alles, im nächsten läuft nichts mehr. Den schlechten Momenten kann in Teilen durch viel Training begegnet werden, eine gute Schlagtechnik merzt beispielsweise viele leichte Fehler aus. Tennis ist technisch sehr anspruchsvoll. Umso wichtiger ist es, von Beginn an die richtige Technik durch einen professionellen Trainer beigebracht zu bekommen. Falsch erlernte Schlagtechniken lassen sich im Nachhinein schlecht korrigieren. Es ist jedoch auch kein Buch mit sieben Siegeln, also keine Sorge, liebe Leser. Durch die verschiedenen Schlagtechniken, Spiel- und Trainingsformen ist Tennis zudem sehr abwechslungsreich. Es kann als reiner Freizeit-, aber auch als Wettkampfsport betrieben werden. Durch den permanenten Wechsel von kurzen Intensivbelastungen mit etwa ebenso langen Erholungsphasen ist Tennis jedoch keine Ausdauersportart. „Die Energie wird fast ausschließlich durch schnell verfügbare Kohlenhydrate und Kreatinphosphat bereitgestellt. Die sogenannte aerobe Ausdauer und damit der Fettstoffwechsel werden kaum trainiert“, erklärt der Ausdauerexperte Dr. Stefan Graf. „Da diese Grundlagenausdauer aber für lange Matches sowie für die Allgemeingesundheit sehr wichtig ist, kann jedem Tennisspieler ein separates Grundlagenausdauertraining – Joggen, Walken, Radfahren – nur ans Herz gelegt werden“, so Graf weiter. Kann ja so oder so nicht schaden, richtig?

Sport für die Elite?

Aktuell profitiert Tennis auch wieder von zwei deutschen Tennishelden. Alex Zverev und Angelique Kerber zählen zu den absoluten Topspielern des Tenniszirkus. Auch sie haben Strahlkraft und sorgen für einen Boom der Ballsportart hierzulande. Es ist ein Sport für Groß und Klein, für junge und für alte sportbegeisterte Menschen. Obwohl es sich um eine Individualsportart handelt, können sportliche Erlebnisse, ähnlich dem Skifahren, geteilt werden. Und sogar gemeinsam durch- und erlebt werden, nimmt man Mixed und Doppel hinzu. Tennis galt in früheren Zeiten als eine Art Sport für die Elite. In der Tat, war es für viele Menschen einfach nicht bezahlbar. Aber die Betonung liegt auf war. Denn das hat sich zum Positiven verändert. Über Schnupperkurse lassen sich erste Erfahrungen sammeln, auch gibt es immer mehr freie Tennisanlagen. Die erste Ausrüstung lässt sich für rund 100 Euro zusammenstellen, „aufgerüstet“ werden kann auch später noch. Auch die zeitliche Begrenzung auf die Sommermonate ist mittlerweile hinfällig. Die Zahl der Tennishallen ist immer noch beachtlich und lässt den Winter nicht außen vor.

Dennoch gibt es auch körperliche Faktoren, auf die hingewiesen werden sollte. So ist die Belastung für die Gelenke durch die kurzen Tempo- und Richtungswechsel, Abbrems- und Startmanöver nicht ohne. „Alle Bein- und Armgelenke (des Schlagarms), aber auch die Rumpf- und Rückenmuskulatur müssen erhebliche Belastungen tragen. Ein guter allgemeiner Trainingszustand mit starker Haltemuskulatur bietet den besten Verletzungsschutz“, erklärt dann auch Dr. Graf.

Fazit

Solltet auch Ihr Spaß an einem Schnuppertraining gefunden haben, schaut Euch doch einfach mal bei Eurem ortsansässigen Klub um. Einmal Courtluft geschnuppert, kann ich Euch in jedem Fall einen aufregenden und abwechslungsreichen Sport versprechen. Einen Sport, der Spielern bis ins hohe Alter, ähnlich dem Golf, immer wieder technisch alles abverlangt und bei dem man nie auslernt – ein Aspekt den ich sehr schätze.

Tipps zum Erlernen:

  • Sucht Euch einen lokalen Tennisklub und nehmt dort an einem Einführungskurs teil.
  • Sollte es Euch Spaß machen, spart nicht am falschen Ende. Es gibt neben Einzelstunden auch kostengünstigere Gruppenstunden.
  • Investiert zu Beginn nicht zu viel und nicht zu wenig in eine Ausrüstung. Einen Schläger kann man sich zu Beginn auch leihen, Tennistrainer stellen diese häufig zur Verfügung.
  • Habt keine Sorge wegen der Technik. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und es muss auch nicht jeder ein Tennisprofi werden.
  • Übt regelmäßig, dann kommt neben dem Spaß auch die Technik.

 

Ralf Kerkeling (47) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er schreibt für diverse Sportmagazine. Mit den Büchern „Running Wild“ und „Passion Laufen“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren. Er ist zudem Mitbetreiber des Sport- und Reiseblogs Hasumsi – Writers Runway.

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