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Klick klack, klick klack, so schallt es durch den Wald. Das metallisch-schabend klingende Geräusch ist gleichmäßig und bewegt sich in einem steten Rhythmus durch die Landschaft. Während ich einen Spaziergang durch den heimischen Wald mache, kommt eine Gruppe Nordic Walker auf mich zu und zieht in einem recht ambitionierten Tempo an mir vorbei. Diese Szene spielte sich vor gut 15 Jahren ab und ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Warum? Weil es mich damals verwirrt hat. Was sollte dieses auf viele albern wirkende Schnellgehen, dazu noch mit Stöcken? Da dieses Phänomen jedoch in den letzten Jahren in eine Art Massenbewegung übergegangen ist, habe ich angefangen, auch aus beruflichem Interesse, mich näher mit der Thematik zu beschäftigen. Und siehe da, Vorurteile wie: „Das ist doch kein Sport? Schwitzt man dabei überhaupt?“ musste ich schnell ad acta legen. Ja, mit der richtigen Technik und einer intensiven Ausführung kommt man beim Nordic Walking ins Schwitzen.

Ganzkörpereinsatz

Und die Vorteile liegen auf der Hand, wie Gesundheitsexperte Dr. Stefan Graf bestätigen kann: „Ohne besondere körperliche oder koordinative Voraussetzungen kann fast jeder loslegen und sich nach seinen individuellen Fähigkeiten belasten.“ Dabei aktiviert Nordic Walking alle Muskelgruppen. Insbesondere der Oberkörper arbeitet durch den Stockeinsatz intensiv mit. „Selbst wer wirklich nur seine Stöcke ‚spazieren trägt‘, profitiert studienbasierend hinsichtlich seiner Herzkreislaufgesundheit, Immunlage und Knochenstabilität. Dabei ist eine Regelmäßigkeit wichtiger als Intensität“, erklärt Dr. Graf.

3,4 Millionen Deutsche betreiben laut einer Umfrage von „Statista“ aus dem Jahr 2016 diesen Sport regelmäßig im Monat. Nordic Walking hat sich also längst als Freizeitsport etabliert. Kaum eine Sportart hat in den letzten Jahren mehr Menschen von der Couch geholt. Sicherlich wird auch die ein oder andere Walking Runde für ein nettes Pläuschchen genutzt, aber, und das ist das Wichtigste, man bewegt sich. Damit ist der erste Schritt in ein gesünderes Leben getan. Wie dann jemand seinen neuen Sport betreibt ist schließlich eine individuelle Entscheidung. Ob alleine oder in der Gruppe, ob langsam oder schneller – jeder wie er mag. Durch unterschiedliche Streckenprofile, -längen und Laufgeschwindigkeiten ist zudem eine hervorragende Dosierbarkeit gegeben. Zusätzlich ist es eine probate Art eventuelle überflüssige Pfunde anzugehen. „Der Energiebedarf ist zwar geringer als beim Joggen; durch die ausdauernd gleichmäßige Belastung wird aber insbesondere der Fettstoffwechsel aktiviert“, erklärt Dr. Graf. Noch ein Pluspunkt mehr für die Sportart!

Optimaler Wiedereinstieg

Nordic Walking eignet sich jedoch nicht nur für Sportnovizen oder Neueinsteiger, sondern auch als alternative Bewegungsform für andere Sportarten. In seinen Ursprüngen diente es beispielsweise den Biathleten und Langläufern aus dem Herkunftsgebiet Skandinavien als willkommene Trainingsmethode im Sommer. So eigne sich Nordic Walking auch zum Wiedereinstieg nach Verletzungen oder als regeneratives Training auch für ambitionierte Sportler aus anderen Disziplinen, ergänzt Dr. Stefan Graf.

Auch in Sachen Ausrüstungskosten kann die nordische Sportart weitere Pluspunkte sammeln. Für einen Einstieg bedarf es lediglich eines bequemen Schuhwerks und einer Kleidung, in der man sich gut bewegen kann. Denn schnell gehen kann man sogar zunächst ohne weiteres Equipment. Sollte man sich dann für den Kauf von Stöcken entscheiden, empfiehlt sich der Griff zu einer leichten Variante aus Carbon oder Graphit. Um den richtigen Stockeinsatz ausführen zu können sollte, der Stock eine Handschlaufe haben. Auch die richtige Größe ist entscheidend, es empfiehlt sich eine fachmännische Beratung.

Tipps für den Einstieg:

  • Ein Gesundheitscheck beim Arzt ist vor dem Start empfehlenswert.
  • Einfach ausprobieren: Ziehen Sie etwas Bequemes an und gehen einfach los!
  • Steigern Sie die Intensität langsam.
  • Bleiben Sie dran, Regelmäßigkeit ist ratsam.
  • Lassen Sie sich beim Stockkauf beraten.
  • Auf die richtige Stocktechnik achten.
  • Variieren Sie Strecke und Geschwindigkeit, das sorgt für mehr Abwechslung.

Die richtige Technik

In diesem Video zeigt der Physiologe Prof. Dr. Klaus Baum, wie Sie Nordic Walking richtig durchführen:

Über den Autor:

Ralf Kerkeling

Ralf Kerkeling (46) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er gründete 2011 die PDF-Tageszeitung „news to go“ und schreibt für diverse Sportmagazine. Mit der Läuferbiografie „Running Wild“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren.

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