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Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, in dem ich auf einmal auf dem Brett stand und angetrieben von einer Welle Richtung Strand glitt. Ein Gefühl, das einen komplett abholt, durchströmt, einfach nur glücklich macht. Diese Gefühlsduselei liegt nunmehr 10 Jahre zurück, emotional abrufen kann ich dieses tolle Erlebnis aber bis heute. Nach dem erfolgreichen Ritt auf der Welle rannte ich den gesamten Tag grinsend durch die Gegend, traf viele andere Menschen auf dem Campingplatz an der französischen Atlantikküste, die genauso dämlich grinsten – eine Gemeinschaft von surfverstrahlten Menschen. „Stoked“ nennen Wellenreiter dieses Gefühl, was ein bisschen so ist, wie beschwipst zu sein, nur eben ohne Alkohol. Cool!

Meine „Surfkarriere“

Um an dieses Gefühl zu gelangen, musste ich „hart“ arbeiten. Eine kurze Zusammenfassung meiner „Surfkarriere“: Meine ersten Erfahrungen sammelte ich im Weißwasser von Sylt. Ein Freund überredete mich, den Sport auszuprobieren. Wir checkten also spontan die beste Möglichkeit für einen Surfkurs, entschieden uns dann für Sylt. Warum es ausgerechnet Sylt wurde, wissen wir beide bis heute nicht genau. Windsurfen ist dort üblich – aber Wellenreiten!? Irgendwie hat es hingehauen und trotz elendiger Fahrerei – 17 Stunden hin, 15 Stunden zurück – durften wir dann an einem Einsteigerkurs teilnehmen und mal in den Sport „hineinschnuppern“. Und was wir erschnuppert hatten, gefiel uns. Und zwar so gut, dass wir bis zum Sommer des darauffolgenden Jahres nicht nur unsere beiden Familien, sondern auch weitere Bekannte und Freunde von unserer neuen Leidenschaft überzeugt hatten. So begleitete uns nun eine Schaar Erwachsene und Kinder Richtung „Abenteuer Atlantik“. Auch die Fahrt dorthin war wieder ein ganz schöner Ritt von satten 12 Stunden. Aber Frankreich hat ja auch schon bei der Durchfahrt so viel landschaftlich Schönes zu bieten, dass man die Fahrt gut aushält. Und dann diese Wellen! Ein Traum. Kräftig und respekteinflößend, eingebettet in  eine Landschaft von Strand und Meer, an einer schier endlos langen Küste. Wahnsinnig beeindruckend.

Üben auf dem Atlantik

Schon von Zuhause aus hatten wir einen Surfkurs für die nächsten 14 Tage gebucht. Johann, unser französischer Surflehrer, war für uns ein Glücksgriff. Er sah nicht nur aus wie ein Surfer, er brachte auch die passende Lebensfreude mit. Und so lagen wir zunächst bäuchlings auf einem Surfbrett. Allerdings nicht im Wasser, sondern am Strand – Trockenübungen und ein wenig Theorie standen auf dem Plan. Nicht ganz unwichtig, wie wir schnell merkten, denn das Wasser und seine Gezeitenströmungen verlangten nach ein wenig Aufgeklärtheit, sonst hätte es gefährlich werden können. Dennoch ging‘s nach kurzer Zeit das erste Mal ins Wasser, ganz in der Nähe vom Strand, nicht da, wo die richtigen Surfer sich aufhalten, draußen an der Shoreline, wo die Wellen in der Brandung an der vorgelagerten Sandbank brechen und sich so schön aufrollen. Der Druck des Wassers im sogenannten „Weißwasserbereich“, da wo es vorne am Strand schäumt, war dennoch überraschend kräftig. Wir machten erste Übungen, saßen auf dem Brett und merkten, dass selbst das nicht so einfach ist. Ganz schnell ging’s auch wieder runter vom Board und dann ab ins Wasser – das Gleichgewicht zu halten war die größte Schwierigkeit. Danach haben wir uns erstmals im Wasser auf das Brett gelegt, bäuchlings, wie am Strand. Das zu erwartende Szenario traf ein: Schon bei den ersten Versuchen kegelten wir Newbies der Reihe nach ins Wasser. Also alles auf Anfang! Und so ging das die nächsten Tage weiter. Immer wieder lernten wir neue Elemente, standen auch irgendwann mal auf dem Brett, nur um dann in Sekundenschnelle wieder in den Atlantik einzutauchen.

Den Moment genießen

Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich: „Macht das Spaß?“ Die Antwort lautet ganz klar: „Ja!“ Warum? Ich habe euch eingangs diesen einen Moment beschrieben, in dem ich auf dem Brett ins Gleiten gekommen bin. Es war nur ein ganz kurzer Moment und ich sah höchstwahrscheinlich auch extrem unelegant dabei aus. Aber dieser eine Moment hat gereicht, um mich umzuhauen. Die folgenden drei Jahre sind alle Familien immer wieder zusammen an diesen Spot gefahren. Die Surfbegeisterten sind morgens in der Früh für etwa zwei Stunden zum Surfkurs gegangen. Nachmittags haben wir entweder mit den Kids am Strand gespielt, sind durch die Gegend gereist, oder haben uns zum Sonnenuntergang nochmal auf das Brett geschwungen. Aus mir wurde ehrlicher Weise nie ein richtiger Surfer. Aber Spaß gemacht hat es in jedem Jahr. Wer also einmal die Gelegenheit hat, im Urlaub diesen Sport auszuprobieren: Macht es, ihr werdet begeistert sein. Get stoked.

Hinweise und Tipps zum Wellenreiten:

  • Wellenreiten hat nichts mit Windsurfen zu tun. Es ist also kein Segel im Spiel.
  • Sucht euch einen guten Surflehrer, eine gute Technik ist das A und O.
  • Wellenreiten macht am meisten Spaß und ist einfacher zu erlernen an einem Strand, wo auch die Wellen den entsprechenden Druck haben. Nordseeküste geht – die französische Atlantikküste ist noch besser.
  • Ein Neoprenanzug bietet guten Schutz gegen kalte Nieren. Ob lang oder kurz hängt von der Jahreszeit ab.
  • Macht euch keinen Stress und lasst das Wellenreiten wirken. Mit zu viel Ehrgeiz diesen Sport erlernen zu wollen, macht es zäh. Hängt euch auch mal aufs Brett und schaut den anderen zu. Das sorgt zudem für einen guten Teint.
  • Traut euch nicht mehr zu, als ihr könnt. Ihr solltet einen gesunden Respekt vor dem Wasser haben und am besten mal mit Locals sprechen, die über die Strömungen vor Ort Bescheid wissen. Am Anfang reicht das „Weißwasser“ völlig aus.
  • Zunächst genügt es, ein Brett zu leihen, um zu schauen, ob es Spaß macht. Dies ist jedoch auf Dauer eher kostspielig.
  • Tipps rund um die besten Spots zum Surfen gibt es hier: surfersmag.de oder surfnomade.de

 

Ralf Kerkeling (47) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er schreibt für diverse Sportmagazine. Mit den Büchern „Running Wild“ und „Passion Laufen“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren. Er ist zudem Mitbetreiber des Sport- und Reiseblogs Hasumsi – Writers Runway.

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