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Gibt es ihn eigentlich – den perfekten Zeitpunkt zum Kinderkriegen? Wir haben uns zu diesem Thema mit Anne und Uta unterhalten. Zwei Mamas, die in ganz unterschiedlichen Lebensphasen ihre Kinder bekommen haben.

Hallo Ihr beiden! Schön, dass Ihr beide Zeit für uns habt! Stellt Euch doch einmal kurz vor.

Anne: Hallo und vielen Dank, für die Anfrage! Ich bin Anne, 34 Jahre alt und wohne mit meiner Familie in Berlin. Zu meiner Familie zählen mein Mann und meine zwei Kinder. Mein Sohn ist schon unglaubliche 8 ½ und meine Tochter 6 ½ Jahre alt.

Uta: Hallo – auch von mir. Ich bin Uta, 45 Jahre alt und wohne mit meinem Mann und meiner 5-jährigen Tochter auf dem Land in der Nähe von Berlin.

Siehst Du Dich selbst eher als junge oder alte Mutter?

Uta: Mein Kinderwunsch ging erst in Erfüllung, als ich kaum noch zu hoffen wagte, dass es klappt. Von daher war das Thema Alter bei mir und meinem Mann schon recht präsent und es begleitet mich schon mein gesamtes Mutterdasein. Ich bin eigentlich immer die älteste Mama: Im Geburtsvorbereitungskurs, beim Pekip oder auch jetzt im Kindergarten. Man gewöhnt sich daran… Aber bei den Einflüssen von außen würde es mir sehr schwer fallen, mich als junge Mutter zu sehen J. Aber für meine 45 Jahre, fühle ich mich dann doch eher wie eine junge Mutter.

Anne: Meinen Sohn habe ich bekommen, als ich gerade 26 geworden bin. Statistisch gesehen befinde ich mich damit wohl im Mittelfeld. Habe ich mich als junge Mutter gefühlt? Schwierige Frage… Als ich mit 25 schwanger war, steckte ich noch mitten im Studium und habe mir über mein „Mutter-Alter“ überhaupt keine Gedanken gemacht. Auffällig war natürlich schon, dass es in meinem Freundeskreis noch keine Kinder gab und auch das Thema Familie und Kinder noch keine nennenswerte Rolle spielte.

So richtig bewusst habe ich mein Alter eigentlich nur wahrgenommen, wenn ich mit anderen Schwangeren in Kontakt kam, z.B. im Geburtsvorbereitungskurs. Hier war ich mit großem Abstand die Jüngste. Jetzt im Alltag fühle ich mich weder als junge noch als alte Mutter – sondern einfach nur als Mama.

War die Entscheidung, das Kind früh/spät zu bekommen eine bewusste Entscheidung?

Anne: Unser Sohn hat sich als blinder Passagier eingenistet und war ein Mitbringsel aus dem Urlaub. Eine echte Überraschung für alle Beteiligten! Die Frage nach Kindern hatten wir uns bis zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gestellt. Dass es eines Tages soweit sein sollte, stand allerdings außer Frage. Als wir dann unseren Sohn bekamen, war schnell klar, dass er nicht allein bleiben sollte und wir die Kinderplanung während des Studiums abschließen wollten. Und so kam ziemlich genau zwei Jahre später unsere Tochter als geplantes Geschwisterchen zur Welt.

Uta: Nein, wäre es nach meinem Mann und mir gegangen, wären wir bereits 5 Jahre früher Eltern geworden. Ab da waren wir sozusagen bereit für‘s Kind. Leider sollte es dann aber noch ein paar Jahre dauern, bis unser Wunsch in Erfüllung ging. Statistisch gesehen wären wir aber auch dann schon in die Rubrik „alte Eltern“ gefallen.

Was ist für Dich der größte Vorteil, eine junge/alte Mutter zu sein?

Uta: Gibt es einen Vorteil? Ich weiß es gar nicht genau. Vielleicht, dass ich wirklich nicht viel vermisse, demnach auch nicht das Gefühl habe, ich müsste für meine Tochter irgendetwas aufgeben. Ich habe so viel erlebt, privat wie beruflich, war an vielen unterschiedlichen Orten der Welt, habe gefeiert, mir zum Teil als Belohnung teure Klamotten gegönnt, viel Zeit zu zweit mit meinem Man gehabt. Auf all das kann man so leicht verzichten, wenn der Herzenswunsch in Erfüllung geht.

Anne: Wenn es einen Vorteil gibt, dann wahrscheinlich, dass ich mit 26 einfach noch wahnsinnig belastbar war. Baby, Studium, Freunde, Ausgehen,Reisen…alles kein Problem! Ich glaube, die kurzen Baby-Nächte würden mir heute doch deutlich mehr zusetzen.

Aufgrund meines Alters bin ich außerdem von schaurigen Geburtsberichten, „wohlgemeinten“ Ratschlägen und angsteinflößenden Schicksalsschlägen aus dem Umfeld weitestgehend verschont geblieben und konnte Schwangerschaft und Mutterschaft ganz unbedarft angehen. Das empfinde ich heute als echten Vorteil, gerade wenn ich meine Freundinnen sehe, die mit ganz schön viel Input von außen zu kämpfen haben.

Was ist für Dich die größte Herausforderung, eine junge/alte Mutter zu sein?

Anne: Mich haben die Mutterschaft und die Fremdbestimmung anfänglich ganz schön überrollt. Von der selbstbestimmten, freien Studentin zur verantwortungsvollen, fremdbestimmten Mutter. Das hatte ich mir irgendwie einfacher vorgestellt, war ich doch selber noch in der Findungsphase, in welche Richtung mein Leben gehen soll. Das stelle ich mir als ältere Mutter, die mit beiden Beinen fest im Leben steht, etwas einfacher vor. Aber wer weiß, vielleicht überrollt einen die Mutterschaft auch in jedem Alter und es dauert einfach ein bisschen bis man in die neue Rolle reingefunden hat. Was meinst du, Uta?

Uta: Puh, gute Frage… Überrollt hat mich die Schwangerschaft irgendwie nicht. Zuerst hatte ich viel Angst vor einer Fehlgeburt. Als ich die Freude dann endlich zulassen konnte, war es eine der schönsten Phasen meines Lebens. Ich habe meine Schwangerschaft wirklich in vollen Zügen genossen! Auch in die Mutterrolle habe ich mich schnell hineingefunden und bin gut mit den vielen Veränderungen klar gekommen – ging doch ein langersehnter Wunsch endlich in Erfüllung. Als Herausforderung sehe ich manchmal, dass ich Dinge wie Schlafentzug etc. nicht mehr so gut wegstecke. Und dann natürlich, dass man einfach wohl doch ein wenig ängstlicher ist als „alte Mama“, auch wenn ich mir das nicht immer gut eingestehen kann.

Vergleicht man sich mit anderen Müttern, auch gerade mit denen, die ein anderes Lebensmodell haben?

Anne: Andere Lebensmodelle finde ich grundsätzlich total spannend. Das Alter anderer Mütter interessiert mich dabei allerdings überhaupt nicht. Ich bewundere alle Frauen, die die den Spagat Mutter, Job, Partnerin, Freundin, Frau hinbekommen und dabei nicht den Humor verlieren.

Uta: Also, das Lebensmodell oder Alter spielt für mich auch gar keine Rolle. Ich schaue eher bei den anderen Müttern: Wie bekommen sie dieses oder jenes Problem in den Griff? Und da hole ich mir Anregungen, Tipps oder auch mal einen Rat. Aber ob es Muttis mit älteren oder jüngeren Kindern sind, in Bezug auf das Alter eine 2, 3 oder 4 an erster Stelle steht, darüber denke ich in solchen Situationen gar nicht nach.

Würdest Du Dich wieder so entscheiden?

Anne: Auf jeden Fall! So abgedroschen es klingt, meine Kinder sind das Beste und Wichtigste in meinem Leben! Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mir die Frage „Wann ist der richtige Zeitpunkt für Kinder?“ gar nicht stellen musste und meine Kinder ohne großes Zutun gesund und munter auf die Welt gekommen sind. Gerade jetzt, wenn ich im Freundeskreis mitbekomme, dass der Kinderwunsch mitunter unerfüllt bleibt, empfinde ich große Demut.

Uta: Uns wurde von Mutter Natur die Entscheidung ein wenig abgenommen. Sicherlich wäre ich lieber ein paar Jahre früher Mama geworden. Dann hätte ich vielleicht auch noch Kind Nr. 2 und 3 bekommen. Aber da kann ich mich Anne nur anschließen – ich empfinde einfach große Demut, dass es am Ende überhaupt geklappt hat und bin dankbar, dass wir dieses große Glück erfahren durften und immer noch dürfen!

 Hast Du einen abschließenden Tipp oder Ratschlag aus Deiner Sicht zum Thema Kinderwunsch?

Uta: Wenn Ihr den richtigen Partner gefunden habt, wartet nicht zu lange! Sollte es dann nicht auf Anhieb funktionieren mit dem schwanger Werden, lasst Euch nicht verrückt machen! Scheut Euch nicht davor, ärztlichen Rat einzuholen und geht Euren Kinderwunsch gemeinsam als Paar an. Beide künftigen Eltern können sich und ihren Körper auf die Elternschaft vorbereiten. Manchmal können schon kleine Unterstützungen Großes bewirken! Reden hilft immer und das Ergebnis ist jede Mühe wert.

Anne: Vertraut auf Euer Bauchgefühl und lasst Euch nicht von außen beeinflussen. Ihr werdet schon wissen, ob und wann Ihr für Kinder bereit seid. Hier gibt es kein richtig oder falsch! Und sollte mal nicht alles nach Plan laufen, hört auf meine Mama, die immer zu sagen pflegt: „Mut tut gut!“

 

Vielen Dank Euch beiden für das nette und offene Gespräch! Was nehmen wir also mit aus dem Gespräch? DAS ideale Alter zum Kinderkriegen gibt es nicht! Egal, ob erst Kind oder erst Karriere oder beides gleichzeitig – jedes Paar sollte seinen ganz eigenen Weg gehen. Was besonders deutlich geworden ist: Vieles im Leben ist nicht bis ins letzte Detail planbar- es kommt oft anders als man denkt – und das ist auch gut so.