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Sabrina Mockenhaupt (36) ist eine der erfolgreichsten deutschen Langstreckenläuferinnen. Seit Jahren ist „Mocki“ in der deutschen Laufspitze vertreten und gilt als Idol für zahlreiche Hobbyläufer. Unser Gastautor Ralf Kerkeling konnte mit ihr kurz nach dem erneuten Gewinn der deutschen Meisterschaft über 10.000 Meter sprechen. Ein Gespräch über Chancen, Durchhaltevermögen und Ziele.

Sabrina, wenn du dich an deine Anfänge als Sportlerin zurückerinnerst: Musste man dich für das Sporttreiben begeistern oder warst du von Beginn an mit Feuer und Flamme dabei?

Meine Eltern sind selber gelaufen und haben anscheinend früh mein Talent erkannt. Meine Mutter hat mir irgendwann nach einem gemeinsamen Lauf geraten, ich solle es doch einmal mit Training versuchen, die läuferischen Anlagen wären gut. An dem Abend war ich dann allerdings sehr unglücklich, habe geweint und ihr erklärt, dass ich nur für mich laufen wolle und ein wenig auch für die Figur. In der Hauptsache wollte ich jedoch Spaß dabei haben.

Mocki_1Wie konnte man dich dennoch überzeugen?

Ach, ich bin dann doch mal mit zum Training. Der Trainer zeigte jedoch relativ wenig Interesse an meinen Trainingsleistungen. Er sortierte mich schließlich in der letzten Gruppe ein. Das hat mich gewurmt und meinen Ehrgeiz geweckt. Ich habe mich dann ziemlich schnell von der letzten zur ersten Gruppe hochgearbeitet. Das war für mich eine wichtige Erkenntnis, die ich auch jedem Einsteiger mit auf den Weg geben würde. Der Antrieb muss von einem selber kommen. Es nützt nichts, wenn dich jemand drängt. Es muss von innen heraus kommen. Man muss sich von seinem Herz leiten lassen.

Jetzt hast du zwei Punkte angesprochen, die Sporteinsteiger interessieren könnten. Zum einen den Spaßfaktor, zum anderen das Thema Figur. Wie kann man aus deiner Sicht als Anfänger mit einer zu hohen Erwartungshaltung an sich selber umgehen?

Gerade am Anfang sind die Erfolge hoch. Das lässt sich natürlich auf Dauer nicht immer weiter steigern und es kommt zu natürlichen Stagnationen. Dadurch, dass man jedoch kontinuierlich trainiert, verbessert man sich immer weiter. Um Stagnationen entgegenzuwirken, muss man immer wieder neue Trainingsreize setzen. Der Körper gewöhnt sich auch an höhere Belastungen, demnach sind frische, neue Reize sehr wichtig. Es gilt also: erstmal überhaupt anfangen, dann eine Konstanz ins Training bringen und danach auf Abwechslung achten.

Du läufst sehr viele Kilometer pro Woche. Wie bringst du Abwechslung in dein Training?

Ich laufe nicht mehr solche Umfänge, wie noch vor ein paar Jahren. Ich versuche genau die eben angesprochene Abwechslung ins Training zu bringen und Spaß  zu haben. Ich habe einen Personaltrainer mit dem ich beispielsweise Krafttraining mache. Das ist natürlich gut als Schutz gegen mögliche neue Verletzungen, es ist aber auch immer eine Zeit in der ich nicht an Bestzeiten denke. Für mich ist das wichtig und ich kann es nur weiterempfehlen – nicht immer nur an Zeiten denken. Ganz besonders interessant ist für mich momentan Golfspielen.

Das ist jetzt überraschend …

Ja, das ist mal etwas völlig anderes und man muss mit dem Kopf und an seiner Geduld arbeiten.

Okay, also Golfspielen als eine Art mentale Empfehlung?

Genau, mental bin ich auch nicht immer so stark und dieser Punkt wird dabei auch geschult. Wer sagt Golf ist kein Sport, hat noch nie Golf gespielt. Wenn man fünf Stunden über den Platz tigert, weißt man, was man getan hat.

Du hast es eben schon kurz angeschnitten: In deiner Karriere ging es auch aufgrund von Verletzungen immer wieder rauf und runter. Du hast immer wieder für dein Comeback gekämpft, das spricht für einen enormen Durchhaltewillen …

Wenn ich mich jetzt wieder verletzen würde, dann würde ich mich erstmal in die Ecke setzen und gar nix mehr machen. Wenn man immer wieder in die Reha muss, so war es bei mir auch im letzten Jahr, dann ist das irgendwann zermürbend. Man sollte dem Körper mehr Zeit geben. Natürlich stehen wir Leistungssportler unter einem gewissen Leistungsdruck. Man muss fit werden, auch wegen der Sponsoren. Man kann jedoch keinen Heilungsprozess entscheidend beschleunigen. Die besten Signale sendet unser Körper. In dem Moment, wo ich mich wieder dem Druck aussetze und in dieses Fahrwasser gerate, dann erinnere ich mich immer an die Zeit, in der ich verletzt war. Und das möchte ich möglichst vermeiden. Also versuche ich stets locker zu bleiben.

Wo liegt für dich ein Unterschied zwischen einem Profisportler und einem Freizeitsportler?

Ich glaube, dass man auch als Freizeitsportler, neben seinem Job, sehr weit kommen kann. Der Grund ist denkbar einfach. Wenn man trainiert, dann trainiert man richtig. Die Zeit die dafür zur Verfügung steht, ist einfach knapper bemessen und diese will man dann effektiv nutzen. Man sollte das auf jeden Fall nicht als Nachteil sehen.

Kommen wir auf das Thema Ernährung zu sprechen. Wie stehst du zu den ganzen Ernährungs- und Diätentrends?

Ich achte natürlich auch auf Ernährung, aber mir ist das mittlerweile mit den ganzen Trends zu stressig. Chiasamen hier, Superfood da … Ausgewogen sollte Ernährung schon sein, klar. Aber wir Sportler achten ja eh schon sehr auf unseren Körper und unsere Gesundheit. Ich bin viel unterwegs und auf den Reisen nehme ich immer Orthomol Sport mit, so kann ich meine Nahrung optimal ergänzen. Auch Eisen nehme ich zusätzlich ein. Ich finde aber, man soll ja auch leben. Immer wenn ich angefangen habe etwas an der Ernährung umzustellen, zum Beispiel auf Zucker verzichtet habe, dann ist eigentlich meine Leistung abgefallen. Wenn man anfängt an solchen Schrauben zu drehen, sollte man sich vielleicht auch fragen, ob man nicht besser noch ein bisschen mehr trainieren könnte. Auch mit den Smoothies ist das so eine Sache. Man nimmt dadurch viel zu viel Zucker zu sich. Ich für mich probiere jedenfalls nicht mehr jeden Trend aus.

Abschließend würde ich gerne auf deine sportlichen Ziele zu sprechen kommen. Wie sehen für dich deine mittelfristigen und langfristigen Ziele aus? Die nächsten Großereignisse werfen ja bereits ihre  Schatten voraus …

Da ich letztes Jahr nicht bei den olympischen Spielen dabei sein konnte, wäre der Marathon in Tokio ein langfristiges Ziel für mich. Da ich aber in letzter Zeit sehr viel verletzt war, plane ich eigentlich immer nur von Monat zu Monat. Ich freue mich über jeden Monat, den ich gesund bleibe. Da ich jedoch dieses Jahr so gut in Form gekommen bin, kreist die WM in London in diesem Jahr natürlich in meinem Kopf herum, hat aber nicht die oberste Priorität. Ich werde mir aber noch einen 10.000-Meter-Lauf auswählen, um die Norm für die WM zu versuchen. Das eigentliche Ziel ist es jedoch, da  sich mich für den EM-Marathon in Berlin für nächsten Jahr qualifiziere. Das ist das Hauptziel für dieses Jahr. Ich bin momentan einfach nur dankbar, wie es gerade läuft.

Sabrina, danke für das Gespräch und ich wünsche dir alles Gute für die anstehenden Wettkämpfe, vor allem, dass du gesund bleibst.

Ralf Kerkeling

Ralf Kerkeling (46) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er gründete 2011 die PDF-Tageszeitung „news to go“ und schreibt für diverse Sportmagazine. Mit der Läuferbiografie „Running Wild“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren.

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