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Heike Drechsler war eine der erfolgreichsten deutschen Sportlerinnen. Sie war zu ihrer aktiven Zeit Leichtathletin in den Disziplinen: 100 Meter, 200 Meter und Siebenkampf. Sie gewann bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften insgesamt 19 Gold-, sechs Silber und fünf Bronzemedaillen. Noch heute hält sie die deutschen Rekorde im Weitsprung und über die 200 Meter. Jetzt arbeitet die Olympiasiegerin für eine Krankenkasse im Bereich Prävention und Motivation. Im Rahmen eines Interviews konnte ihr unser Gastautor Ralf Kerkeling einige persönliche Tipps für den richtigen Einstieg in den Sport entlocken.

Frau Drechsler, wie geht es Ihnen heute nach so vielen Jahren im Leistungssport?

Ich bin jetzt 52 Jahre alt, da hat man ja auch schon ein bisschen was erlebt. Mir geht es aber gut. Auch nach 27 Jahren Leistungssport kann ich mich nicht beklagen. Ich hatte natürlich Glück, dass ich Trainer hatte, die auch auf die Regeneration geachtet haben. In der Folge hatte ich sehr wenig mit Verletzungen zu kämpfen und profitiere bis heute davon. Verschleiß hat jeder, man muss halt was tun und versuchen diesen mit gesunder Bewegung zu kompensieren.

Wie sehr ist Sport denn in ihrem alltäglichen Leben verankert?

Sport ist in meinem Alltag immer vorhanden. Ich kann gar nicht ohne. Für mich bedeutet Sport eine hohe Lebensqualität. Ich kann viel mehr schaffen, wenn ich fit und gesund bin. Da gehört der Sport einfach dazu.

Je älter man wird desto mehr spielt das Thema Mobilität eine Rolle. Welche Kraft kann Sport in diesem Zusammenhang spielen?

Man sollte zunächst einmal generell verstehen, dass Bewegung immer wichtig ist, um gesund zu bleiben. Dies hat für mich viel mit Erziehung und Wissen zu tun und mit der persönlichen Einstellung zu den Themen Sport und gesunder Ernährung. Schon in ganz frühen Jahren kann man eine Achtsamkeit und ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie wichtig Bewegung für den Stoffwechsel und den gesamten Körper ist. Es muss hier jeder für sich selbst die Prioritäten setzen und wissen, was ihm seine Gesundheit wert ist.

Bewegen sich die Deutschen denn zu wenig?

Ja, eindeutig! Von der Barmer Krankenkasse gibt es eine aktuelle Bewegungsstudie, die besagt, dass rund 20 Prozent der Deutschen mit Bewegung nicht viel am Hut haben. Die Folgen sind Übergewicht und Diabetes Typ 2, mittlerweile eine Art Volkskrankheit.

Kann man die Menschen besser aufklären?

Es wird viel über das Thema geschrieben und gesprochen. In nahezu jeder Zeitung ist das Gesundheitsthema aktuell. Ich persönlich glaube, es liegt nicht am Wissensstand, sondern die Umsetzung ist das Problem. Die WHO hat unlängst bestätigt, dass man in der Woche mindestens 150 Minuten Sport treiben sollte. Zusätzlich müsste mehr Bewegung in den Alltag integriert werden.

Was bedeutet das in der Praxis?

Nicht immer nur die Rolltreppe zu nehmen, sondern auch mal Treppen zu steigen oder sich seinen Arbeitsplatz so zu gestalten, dass man zwischendurch auch mal aufstehen muss. So kommt man schnell auf 30 Minuten Bewegung pro Tag. Ich persönlich fühle mich immer gut, wenn ich etwas geschafft habe. Wenn ich die Treppe gewählt habe – um bei diesem Beispiel zu bleiben – dann gibt mir das ein positives Gefühl. Solange man den Bonus der Jugend hat, macht man sich wahrscheinlich wenig Gedanken. Die Muskulatur hat in jungen Jahren noch eine andere Fettverbrennung, als bei 50- bis 70-Jährigen. Die Menschen bewegen sich, je älter sie werden, natürlich auch weniger, weil dies häufig Schmerzen verursacht. Man muss einfach schon früher lernen, seinen Körper wertzuschätzen.

Wo liegen in ihren Augen die größten Einstiegsprobleme für Menschen, die mit Sport bislang nicht viel am Hut haben?

Das hat häufig mit dem vielbesagten inneren Schweinehund zu tun. Zudem fehlt ihnen die Einstellung zu sagen: „Das ist mir wichtig!“ Meiner Meinung nach sollten Sport und Bewegung im Allgemeinen immer von großer Wichtigkeit sein. Dieses Bewusstsein geht vielen aufgrund ihrer Lebensweise aber leider verloren. Wir leben immer mehr in virtuellen Welten. Viele Jugendliche sitzen nur noch am PC und gehen gar nicht mehr groß vor die Haustür. Auch sehe ich deutlich weniger Kinder auf den Spielplätzen als früher. Die Menschen merken oft erst, wie wichtig Bewegung ist, wenn ihre Mobilität durch Krankheit eingeschränkt ist. Dabei ist der Einstieg in den Sport doch eigentlich ganz leicht.

Was würde das konkret heißen?

Arbeitsabläufe sind heutzutage wahnsinnig schnell und die Informationsflut von allen Seiten ist einfach enorm. Der Körper reagiert auf Anspannung und Stress mit Verspannung. Wenn man da nicht schaut, dass der Körper bewegt wird und sich die Muskeln entspannen können, hat man in der Folge umso mehr Probleme. Es muss ja nicht jeder Hochleistungssport betreiben oder einen Marathon laufen aber wenn man versucht, die Alltagsdinge zu Fuß, statt mit dem Auto zu erledigen, hat man schon einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung gemacht. Es reicht oft schon ein Spaziergang. Hauptsache man bewegt sich überhaupt und geht vor die Tür. Und egal ob Rückenkursus oder Laufeinheit – am einfachsten fällt einem das eigene Sportprogramm, wenn man feste Abläufe und Zeiten einhält und seinen Sport-Termin immer auf den gleichen Zeitpunkt innerhalb der Woche legt.

Wie gehen Sie in ihrem Job mit dem Thema Motivation um?

Ich versuche den Teilnehmern und Teilnehmerinnen in meinen Kursen immer einen leichten Einstieg zu ermöglichen. Wenn man beispielsweise zu hoch rangeht, dann ist das nicht gut. Ziele sollten erfüllbar bleiben. Wichtig ist es auch, dass man lernt, sich richtig einzuschätzen und sich kleine Tagesziele setzt. Die meiste Freude entsteht doch, wenn man merkt, dass man diese Ziele erreicht hat. Über den Spaß kommt dann die innere Motivation.

Wie findet man denn die richtige Sportart?

Das muss jeder für sich selbst austesten. Bei Menschen mit Übergewicht würde ich Schwimmen, Radfahren oder auch Nordic Walking für den Einstieg empfehlen. Das sind gelenkschonende Sportarten. Es gibt mittlerweile viele Angebote über Sportvereine und die Krankenkassen. Es lohnt deshalb auch, sich über die Internetportale schlau zu machen. Nur den ersten Schritt, den muss man selber gehen!

Wie man nebenbei im Alltag mit kleinen Übungen und Verhaltensänderungen seine Muskulatur stärken und die Gelenkgesundheit unterstützen kann, zeigt Heike Drechsler in diesem Beitrag. (Sieben Minuten täglich reichen dafür schon aus!)

 

Ralf Kerkeling

Ralf Kerkeling (46) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er gründete 2011 die PDF-Tageszeitung „news to go“ und schreibt für diverse Sportmagazine. Mit der Läuferbiografie „Running Wild“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren.

 

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