Kommentare Suche Plus Facebook Facebook Youtube Instagram Youtube Instagram Schließen
Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden. Darüber hinaus setzten wir weitere Verfahren ein, um auf pseudonymisierter Basis Nutzeraktivitäten analysieren zu können. Einzelheiten hierzu und zu den Möglichkeiten eine solche Nutzung einzuschränken, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Titelbild des Orthomol Blogs

„Matthias, es liegt nicht an mir, es liegt an Dir!“. Dieser so simpel formulierte Satz sollte viel in meinem Leben verändern. Aber der Reihe nach. Am Anfang stand der Kinderwunsch und die mit Julia, meiner Frau, gemeinsam getroffene Entscheidung: Lass es uns versuchen, lass uns eine Familie gründen. Ich erinnere mich wie gestern an diese Entscheidung, getroffen auf einer spanischen Insel in unserem Sommerurlaub. Herrlich romantisch. 

Nach gut anderthalb Jahren des erfolglosen Probierens, zahlreichen Terminen meiner Frau bei ihrer Frauenärztin, Tagen zwischen Hoffen und Bangen, wenn die Regel meiner Frau länger ausblieb, überredete mich Julia schließlich zu einem Besuch in einer Kinderwunschklinik. So recht konnte ich mir darunter nichts vorstellen, aber sie hatte sich wochenlang in die Thematik eingearbeitet, recherchiert und Freunde befragt. Dabei kam raus, wie viele unserer Freunde doch „nicht einfach so“ schwanger geworden sind wie ich immer gedacht hatte. Damals war ich fast naiv, was diese Thematik betraf. Und ich stellte fest, dass meine Frau mit ihren Freundinnen eine ganz andere Offenheit pflegt als wir Männer untereinander. Für uns war es einfach nie ein Thema, eben eher das „Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch“. 

Die ganzen Prozesse in der Kinderwunschklinik kürze ich einfach einmal ab. Es wurde sehr viel getestet und alle möglichen Untersuchungen durchgeführt. Am Ende verließen wir die Praxis und wussten, dass die Ergebnisse der Untersuchungen in den nächsten Tagen kommen würden „Wir melden uns bei Ihnen“, war die letzte Ansage des Arztes, bevor er uns nach Hause schickte. 

Die Unsicherheit

Der Gedanke „unfruchtbar“ zu sein ließ mich schlecht schlafen. Zum ersten Mal setzte ich mich mit der Frage „Was wäre, wenn …“auseinander Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass es bei uns nur darum ging: „Wollen wir ein, zwei oder drei Kinder“. Natürlich hatte ich meiner Frau zugehört, als sich bei ihr die Sorgen mehrten, dass es eventuell nicht klappen könnte. Aber da sah ich mich eher in der Rolle des Trösters und Motivators. So nach dem Motto „Wir schaffen das gemeinsam!“. Das dieser Spruch mich einholen würde, weil er natürlich auch für mich gilt, das war für mich am Anfang außerhalb meiner Vorstellungskraft.  

Klarheit

Und da war er, der Satz: „Matthias, es liegt nicht an mir, es liegt an Dir!“ WOW. Für mich brach eine Welt zusammen. Fragen rasten durch meinen Kopf. Wie erfüllen wir uns denn jetzt unseren Traum von Kindern? Was sagen meine Freunde? Bin ich impotent? Zuallererst – um mit dem Vorurteil gleich einmal aufzuräumen – Potenz und Fruchtbarkeit hängen nicht zusammen. Das musste ich mir immer wieder klarmachen, da mein Selbstbewusstsein und meine männliche Eitelkeit stark angeschlagen waren. Aber es ging ja nicht um mich, es ging um unseren Traum. Nach vielen Diskussionen und auch einigen Tränen einigten wir uns darauf, den eingeschlagenen Weg in einer Kinderwunschklinik weiter fortzusetzen, da die Chancen, auf natürlichem Wege ein Kind zu bekommen, bei meinem Spermienbefund eher unwahrscheinlich aussahen (zu 100% schließt das allerdings kein Mediziner aus).

Die Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch

Mit dem Thema habe ich mich anschließend natürlich viel beschäftigt. Aber in der Regel gibt es nicht den „einen“ Grund, der für die männliche Unfruchtbarkeit ausschlaggebend ist. Manchmal kann es schon genügen, den Lebensstil zu ändern: Alkohol weglassen, mit dem Rauchen aufhören und sich gesund ernähren. Unabhängig vom Kinderwunsch sind das natürlich Punkte, die jeder Mann für eine gesunde Lebensweise berücksichtigen sollte.In manchen Fällen steckt hinter der Unfruchtbarkeit jedoch auch eine Krankheit. Dazu können z. B. hormonelle Störungen, Infektionen, wie sie durch Mumps oder Chlamydien ausgelöst werden können oder auch ein unbehandelter oder zu spät behandelter Hodenhochstand im Kindesalter gehören.  

Unser ganz persönliches Happy End

Es folgte ein etwas längerer Weg mit der klassischen ICSI-Behandlung, aber auch diesen Teil der Geschichte würde ich gerne abkürzen. Den Prozess als solchen nimmt bestimmt jedes Paar ganz individuell wahr. Wir haben uns bemüht, das ganze „Projekt Kinderwunsch“ als Team-Projekt zu sehen, auch wenn sicherlich meine Frau die Hauptlast zu tragen hatte mit den Hormonspritzen und den Arztterminen.  

Aber was soll ich sagen? Wir gehören zu den Glücklichen. Gleich der erste Versuch hat bei uns geklappt und WIR sind schwanger! Ich kann es selbst kaum fassen, während ich das hier schreibe. Wir hatten uns auf eine lange Reise eingestellt und auch über die Möglichkeiten des Scheiterns gesprochen. Und nun suchen wir gerade einen Kindernamen aus und überlegen, was wir vorher noch alles besorgen müssen. Ein Traum wird wahr! Und wir sind einfach nur unfassbar dankbar über die Möglichkeiten, die die moderne Medizin Paaren wie uns bietet. 

Fünf Fragen zum Abschluss 

1. Wie habt Ihr Euch gegenseitig als Partner in der Kinderwunsch-Phase unterstützt?

Mein „schlechtes“ Gewissen hat uns zu Beginn der Kinderwunschbehandlung schon oft belastet. Man sollte sich als Team sehen und das beide das Gleiche wollen. Wenn man die „Schuldfrage“, die man ohnehin nicht stellen sollte, außen vorlässt, dann wäre das aus meiner Sicht schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. 

2. Nach Euren Erfahrungen: Habt Ihr einen Rat für KIWU-Paare in ähnlicher Situation?

Sprecht offen über alle Möglichkeiten, lasst kein Tabuthema entstehen. Und wir empfehlen einen offenen Umgang im Freundeskreis. Man wird überrascht sein, was für Geschichten man dann zu hören bekommt, auch aus dem nächsten Umfeld. Und das Gefühl „Man(n) ist nicht allein, hilft!“. 

3. Was war das Absurdeste, das Euch geraten wurde?

Ich müsste mir hier jetzt etwas ausdenken. 

4. Was war der beste Tipp, den Ihr bekommen habt?

Rechtzeitig beide Partner gesundheitlich „durchchecken“ zu lassen. Das hat uns viel Zeit auf dem Weg zur Erfüllung unseres Traumes gespart. 

5. Wünscht Ihr Euch noch weitere Kinder?

Jetzt bekommen wir erst einmal unser Erstes und dann sehen wir weiter. 

0 Kommentar

Kommentar schreiben

Ihr Kommentar ist für die anderen erst nach Freigabe sichtbar