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Titelbild des Orthomol Blogs

Unter Nachhaltigkeitsaspekten schneiden Insekten als Nutztiere deutlich besser ab als beispielsweise Schweine oder Rinder. Auch ihr Nährstoffprofil ist überzeugend. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zulassung von Lebensmitteln auf Insektenbasis stehen fest. Trotzdem sind Insektengerichte auf europäischen Tellern bisher die Ausnahme. Hersteller von Madenmehl und Raupenhack stehen vor der großen Aufgabe, das Image ihrer Grundzutaten von eklig zu appetitlich zu wandeln.

Vor einigen Jahren veröffentlichte die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) der Vereinten Nationen einen Bericht, in dem sie forderte: Mehr Insekten auf die Teller! Heuschrecken, Maden und Käfer seien gute und Ressourcen schonende Proteinquellen, schrieben die Ernährungswissenschaftler. In einer Welt, in der immer mehr Menschen satt werden sollen und die steigende Fleischproduktion das Klima belastet, komme man an Insekten als Nahrungsmittel gar nicht vorbei. Während in vielen asiatischen und afrikanischen Ländern gegrillte Grillen und frittierte Raupen traditionell den Speiseplan bereichern, sehen die Experten für die westlichen Industriestaaten allerdings eine Ekel-Schranke, die es zu überwinden gilt – zum Beispiel mit Verarbeitungsmethoden, bei denen Käfer und Co am Ende nicht mehr als solche erkennbar sind.

Krabben- oder Kakerlaken-Cocktail?

Tatsächlich essen auch wir in Deutschland nahe Verwandte der Insekten mit großem Appetit – vorausgesetzt sie kommen aus dem Wasser: Krabben, Garnelen, Flusskrebse oder Hummer – sie alle sind Gliederfüßer, genau wie Heuschrecken, Ameisen und Käfer. Doch während die einen auf keinem luxuriösen Buffet fehlen dürfen, gelten die anderen bestenfalls als exotische Mutprobe, solange sie erkennbar sind.

„Undercover“ rollt dagegen eine Welle neuer Produkte auf Insektenbasis an, seit die EU entsprechende Vorschriften erarbeitet und eine Zulassung für die neuen Lebensmittel ermöglicht hat. So gibt es bereits Insekten-Burger aus Mehlwürmern in der Systemgastronomie und Nudeln mit Larvenpulver. Orthomol unterstützt seit Neuestem das Kölner Start-up-Unternehmen isaac nutrition, das den sogenannten Buffalo-Wurm zu hochwertigem Proteinpulver verarbeitet. Sportler können damit ihre Eiweiß-Versorgung verbessern.

Wer plant, seinen kulinarischen Horizont zu erweitern und den neuen Lebensmitteln eine Chance zu geben, hat inzwischen verschiedene Optionen. Experten der Lebensmittelüberwachung warnen allerdings aus hygienischen Gründen davor, rohe Insekten zu verspeisen oder Krabbeltiere zuzubereiten, die eigentlich als Tierfutter vorgesehen waren.

Photo by Phodo Design, Adobe Stock

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