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Der Kinderteller ist meist eine günstige und konfliktfreie Alternative für das Familienessen im Restaurant. Gesunde Ernährung bleibt dabei aber leider auf der Strecke, wie eine Auswertung von Wissenschaftlern der Uni Heidelberg zeigt.

Fast 1900 Kindergerichte auf 500 Speisekarten inhabergeführter Restaurants haben die Forscher durchforstet. Das Ergebnis ist ziemlich eintönig: Fast Food und Nudeln beherrschen das Angebot.

Das liegt aber wohl nicht nur an der Phantasielosigkeit der Gastronomen: In verschiedenen Befragungen unter Grundschulkindern landen Pizza, Nudeln und Fleisch zuverlässig auf den vorderen Rängen. Spinat und Bauernsalat als Kindergericht anzubieten dürfte bei der Mehrzahl der kleinen Gäste wenig Begeisterung auslösen. Lieblingsgemüse sind Gurken und Möhren. Tomaten spalten dagegen die kleinen Geister: Sie rangieren sowohl auf der Liste der beliebtesten als auch der unbeliebtesten Gemüse auf einem vorderen Platz.

Fritten statt Vielfalt

Interessant ist das Thema Pommes: Während die frittierten Kartoffelstäbchen auf fast jedem Kinderteller die Beilage bilden, rangieren sie in den Kinderbefragungen eher auf den mittleren Plätzen. Die fehlende Abwechslung ist ganz offensichtlich der Tatsache geschuldet, dass das Angebot den kleinsten gemeinsamen Nenner sucht – und der besteht dann eben oft in Chicken Nuggets mit Pommes, auch außerhalb der einschlägigen Systemgastronomie.

Es wäre vielleicht schon einiges gewonnen, wenn die jungen Gäste statt „Mayo oder Ketchup“ ihr Lieblingsgemüse zum Schnitzel oder Fischfilet wählen dürften und anstelle der ewigen Fritten ein paar bunte Nudeln bereit stünden. Auch wenn der Restaurantbesuch die Ausnahme in der Familienernährung ist, hätte die Kinderkarte mehr Beachtung verdient. Das bestehende Angebot vermittelt den Eindruck, ein besonderes, festliches oder einfach „leckeres“ Essen müsse aus Schnitzel, Würstchen und Pommes bestehen, während Gemüse als ungeliebte Zutat daherkommt, auf die professionelle Gastronomen gern verzichten.

Unter diesen Bedingungen ist es für Eltern jedenfalls schwer, eine gesunde Mahlzeit durchzusetzen. „Vom Elternteller mitessen“ ist bei den Kleinen in der Regel ebenso unbeliebt wie im gemischten Salat zu picken, während der Nachwuchs am Nachbartisch den Kinderteller samt „Geschenk“ und inkludiertem Nachtisch serviert bekommt. Auch die vielgerühmte Vorbildfunktion der Erwachsenen mag langfristig Effekte zeigen, die Verhandlungen am Esstisch beeinflusst sie dagegen kaum. Viele zahlende Eltern wären für ein wenig Unterstützung in Sachen Ernährungsbildung sicherlich dankbar.

Photo by natapetrovich, Adobe Stock

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