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Ein Knochenbruch legt den Alltag erst einmal lahm. Kommen noch andere Stressfaktoren dazu, kann dies sogar die Heilung verzögern, haben Forscher aus Ulm beobachtet.

Eine chronisch hohe Stressbelastung, etwa nach traumatisierenden Erfahrungen, hat nicht nur seelische, sondern auch körperliche Folgen. So haben Betroffene ein höheres Risiko für entzündliche Erkrankungen und statistisch betrachtet ein höheres Risiko für Knochenbrüche. Diese Beobachtung veranlasste die Wissenschaftler zu einem Experiment mit Mäusen. Die Ergebnisse zeigen, dass Stress die Heilung von Knochenbrüchen bei den Nagern massiv behinderte. Das lag unter anderem am Immunsystem: Unter Stress ließ sich die Immunreaktion an der Bruchstelle offenbar weniger genau steuern, die Knochenheilung wurde dadurch gestört. Auch die Geweberegeneration war verändert. Die Forscher konnten zeigen, dass diese Fehlregulationen über einen bestimmten Signalweg vermittelt wurden, an dem das Stresshormon Adrenalin beteiligt ist. Blockierten die Wissenschaftler diesen Signalweg mit Medikamenten, verlief die Knochenheilung wieder normal. Die Forscher hoffen, auf dieser Grundlage die Therapie von Knochenbrüchen auch beim Menschen verbessern zu können, beispielsweise, wenn diese unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, die mit einem chronisch erhöhten Stressniveau einhergeht.

Photo by biker3, Adobe Stock

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