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Titelbild des Orthomol Blogs

Es ist merklich still um mich herum. Ich höre hauptsächlich meine Atmung und das aufgeregte Zwitschern der Vögel, die sich wahrscheinlich gegenseitig Warnsignale senden. Sich warnen vor dem verrückten Läufer, der sich gerade durch ihren Wald bewegt. Es geht rauf und runter, die Laufwege bestehen aus schmalen Pfaden, die von Wurzeln gekreuzt werden. Der Puls schlägt rasant, das spüre und merke ich. Das ständige Wechseln des Laufrhythmus sorgt für eine hohe Schlagzahl des Herzens. „Der Motor arbeitet zuverlässig“, denke ich, während ich mich auf den Weg konzentriere. Nach einer guten halben Stunde lichtet sich der Wald. Die Aussicht auf das vor mir liegende Tal lässt mich einen Moment innehalten. Einmal durchschnaufen und den Blick schweifen lassen – die Landschaft genießen. So viel Zeit muss sein.

Laufen abseits der üblichen Pfade

Nach einer kurzen Pause geht es weiter, ich suche bewusst nach kleinen Wegen und lasse mich treiben. Wichtig ist mir in diesem Moment nur eine gute Auszeit vom Alltag zu haben. Dazu die Natur um mich herum – herrlich. Alles entspannt sich, und das fühlt sich logischerweise richtig gut an. Was ich gerade beschreibe, ist mein Laufgefühl beim Traillaufen, einer Laufbewegung, der sich in den letzten Jahren immer mehr laufbegeisterte Menschen angeschlossen haben. Man kann sich, muss sich jedoch nicht, in den Bergen für diese Art des Laufens bewegen. Diesem Irrglauben unterliegen viele unerfahrene Trailläufer. Berge gleich Trail ist die falsche Rechnung. Traillaufen ist überall in Deutschland möglich. Man suche sich dafür einen Wald, eine Heidegegend, oder ähnliches und macht sich auf, diese läuferisch zu entdecken. Am liebsten auf einsamen Pfaden, auch mit dem „Risiko“ in eine Sackgasse zu laufen und wieder umkehren zu müssen. Es geht beim Traillaufen mehr um den Faktor Erlebnis und gelaufene Gesamtzeit als um die zurückgelegte Distanz. Dabei schult das Laufen abseits der befestigten Wege den Gleichgewichtssinn, fördert die Konzentration und fördert die Eigenreflexe, die wir in unserem täglichen Städterleben verloren haben. „An den Bewegungsapparat werden ganz andere Anforderungen gestellt als beim gleichförmigen Laufrhythmus eines Straßenläufers. Muskeln, Sehnen und Gelenke müssen sich ständig auf neue Situationen einstellen“, sagt Ausdauerexperte Dr. Stefan Graf.

Auszeit vom Alltag

Anfangen kann im Prinzip jeder Läufer. Der blutige Sportanfänger wird jedoch zu Beginn mehr Pausen machen und sich auf eine kurze Verweildauer im Gelände einstellen müssen. Je besser die Grundlagenausdauer ist und der Gesamttrainingszustand, desto mehr Spaß bringt das Ganze. Sehnen und Muskeln sollten sich langsam an diese neue Form der Belastung gewöhnen können. Fortgeschrittenen Straßenläufer können das Trailrunning sehr gut als Vorbereitung auf einen Wettkampf nutzen. Durch die unterschiedlichen Streckenprofile ist jeder Lauf im Gelände automatisch eine Art Intervalltraining.

Was benötigt man für eine Equipment, um die Sportart kennen zu lernen? Wer sich im flachen Gelände bewegt, dem reicht zum einfachen Kennenlernen zunächst ein etwas profilierter Laufschuh aus. Sobald es jedoch abschüssiger oder „gerölliger“ wird sollte man sich ein Paar vernünftiger Trailschuhe zulegen. Im Fachhandel wird man Sie zu diesem Thema bestens beraten können. Die Auswahl an Schuhen ist ausreichend groß.  ine Warnung muss ich zum Schluss dennoch aussprechen: Es droht Suchtgefahr!

Tipps für den Einstieg:

  • Ausprobieren und genießen!
  • Ein leichtes Terrain zu Beginn aussuchen.
  • Sich über das Gelände informieren: Bitte keine waghalsigen Touren starten.
  • Bitte auf Schuhe mit ausreichen Profil achten.
  • Wenn es mal länger wird: einen kleinen Rucksack für Trinkflasche und Laufjacke mitnehmen.

Ralf Kerkeling (47) ist freiberuflicher Sport-Journalist und Buchautor. Während einer mehrjährigen Tätigkeit beim TV entdeckte er das Schreiben für sich und wechselte schließlich die berufliche Richtung. Er gründete 2011 die PDF-Tageszeitung „news to go“ und schreibt für diverse Sportmagazine. Mit der Läuferbiografie „Running Wild“ konnte er sich als Autor erfolgreich ausprobieren.

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